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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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2) Aime, der mit der Mutter geschlechtlichen Verkehr pflogund den Mann seiner Geliebten ermordete.

In einer von Flora (der Tochter der F . . . .) stammendenSeitenlinie fanden sich: Viele bankerotte Kaufleute; eine Mutter mitzahlreicher Nachkommenschaft, die mit ihrem letzten Liebhaber undder Kasse durchging; ein Ehemann, der fern von seiner Familiedie Einkünfte des Hauses verzehrte und, als er nichts mehr hatte,auf Kosten seines Weibes lebte; ein Bruder von Marias zweitemManne tötete sich, nachdem er seine ehebrecherische Frau um-gebracht.

In dieser Familie haben demnach fast alle Glieder eines odermehrere Verbrechen begangen; die, welche keine Verbrecher sind,sind Selbstmörder; aber eine andere Seitenlinie, die von Zephirineabstammende, besteht aus bedeutenden und wirklich genialen Künstlern.

Diese Familie liefert uns also wiederum einen Beweis für dieenge Verwandtschaft von Genie und Entartung.

Auch darf man die Wahlverwandtschaft nicht ausser achtlassen, kraft deren Rene seine Geliebten unter Prostituierten undVerbrecherinnen wählte, und die das Vorkommen von Verbrechernund unsittlichen Personen auch in den nur indirekt zum Stammvaterstehenden Linien möglich macht.

13. Alkoholismus, Adolfo Zerboglio a ) giebt einefleissige Studie über den Alkoholismus. Nachdem er die physio-logischen und pathologischen Wirkungen des Alkohols behandelt,giebt er eine ziemlich ausführliche Geschichte der Trunksucht imAltertum und im Mittelalter bei den verschiedenen Völkern underklärt zuletzt, gestützt auf ein ungemein reichhaltiges statistischesMaterial über die Zahl der im letzten Jahrhundert infolge von über-mässigem Genuss von Wein und Spirituosen wahnsinnig Gewordenen,zum Selbstmord Getriebenen, Erkrankten, Gestorbenen etc. etc., diehauptsächlichsten, von den ältesten Zeiten bis auf unsere Tage inVorschlag gebrachten oder in Kraft getretenen Gesetze gegen Trunk-sucht und Trunkenbolde. Dann untersucht er die Ursachen derLeidenschaft für Alcoholica.

Uralt schreibt er und bei allen Völkern verbreitet,liefert die Trunksucht uns einen Beweis dafür, dass dem Organismusdas Bedürfnis einer Erregung angeboren. Dass die Trunksucht heutezum grossen Teil vom Alkoholismus ersetzt und übertroffen wird,lehrt uns, dass sie eigentlich von zweierlei Ursachen abhängen muss,einerseits von ständigen (permanenten), andererseits von zufälligen.

1) L'Alcoolismo, Studio sociologico-giuridico. Turin, Bocoa, 1892.

LombroBO, Verbrecherstudien. 22