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Abwesenheit auch jedes moralischen Schmerzgefühls, sodass mandiesen Zustand sehr wohl als psychisclie Analgesie bezeichnen könnte.
"Wie die Schwindsucht bemerkte er auch, dass die cirrhosisepätica heimtückisch und ohne sich bemerkbar zu machen, auftretenkönne, obgleich besonders bei Delinquenten diese Erkrankung weitseltener vorkommt als die Schwindsucht. Er hat unter den 184drei Fälle bei Lebzeiten beobachtet, ferner noch fünf der Toten-statistik des Lazarettes entnommen.
Eine andere Krankheit, die ihres häufigen Auftretens wegenerwähnt zu werden Ter dient, ist die Neuralgie. Unter den 184Fällen fand er sie 14 mal vertreten, teils in Gestalt von Hüften-neuralgie, teils als Supraorbitalneuralgie, fast gleich oft. Es warindessen besonders bemerkenswert, dass diese Neuralgien stets akutauftraten und keinen schweren Verlauf nahmen: so dauerte z. B.die Supraorbitalneuralgie 'nur wenige Tage an. und auch die Hüften-schmerzen traten niemals — wie es gewöhnlich der Fall — soschwer auf. dass sie unerträglich wurden. In einzelnen Fällenkonnte man die Erkrankung der Malaria zuschreiben, meistens abermusste angeerbtes nervöses Temperament als Ursache betrachtetwerden.
11. Jd. — Straham (Instinktive Criminality, London. 1892)belegt die Erblichkeit des Verbrechens durch die Geschichte einerVerbrecherfamilie. Die Stammmütter dieser Familie sind zweiSchwestern, von denen die ältere im Jahre 1825 starb.
Ihre Nachkommenschaft besteht aus 834 Individuen; die Lebens-geschichte von 709 derselben ist ziemlich genau bekannt.
Unter diesen 709 sind 106 uneheliche Kinder, 164 Prostituierte.17 Zuhälter. 142 Bettler, 64 wurden wegen chronischer Leiden inSpitälern untergebracht und 76 sind Verbrecher, die zusammen 166Jahre Strafen abgesessen haben.
12. Jd. — Aübry, (Annales medico-psychologique, 1892) giebtuns eine äusserst interessante Studie über eine Verbrecherfamilie.
Die Familie Kerangal hatte in den verflossenen Jahrhunderteneine hohe gesellschaftliche Stellung eingenommen; aber schon zuAnfang dieses Jahrhunderts war sie völlig heruntergekommen; siebestand damals nur noch aus zwei Söhnen, den Brüdern Louis undRene. Rene hatte sein ganzes Leben lang in engem Verkehr mitVerbrechern gestanden, war aber selber niemals bestraft worden.Er war ein Original, ein passionierter Liebhaber von Hahnen-kämpfen und ein grosser Schürzenjäger, der eine Unzahl von Lieb-schaften und Kindern hatte, so dass ihn alle kleinen Kinder seinesViertels Papa nannten. Von einer seiner Geliebten stammen zahlreiche