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gedenken, die viele von den praktischen Forderungen der neuenSchule auf ihr Banner geschrieben hat: dass man, um die Krimi-nalität kennen zu lernen, die Verbrecher studieren muss; dass Prä-ventivmassregeln gegen das Verbrechen ebenso wirksam sind alsStrafen; dass die Strafgerichtshöfe und die Gefängnisverwaltungendenselben Zweck verfolgen, und dass es — da die Urteile nur inder Art ihrer Ausführungen variieren — unlogisch ist, wenn unsermodernes Recht hier eine Trennung eintreten lässt; dass man kurzeGefängnisstrafen durch andere Strafarten ersetzen muss; dass manzwischen Gelegenheits- und Gewohnheitsverbrechern streng unter-scheiden muss, und dass das Strafsystem hinsichtlich der letzteren,besonders wenn es sich nur um wiederholte leichtere Delikte handelt,die Strafen zu verlängern suchen muss
Dieser Dekalog, den siebenhundert der ausgezeichnetsten deut-schen Juristen unterschrieben haben, muss die ganze alte Meta-physik über den Haufen werfen. Schon drei Kongresse sind abge-halten worden, um eine mit den Ergebnissen der anthropologischenund sociologischen Untersuchungen übereinstimmende Reform derStrafgesetzgebungen anzubahnen.
Auf diesen Kongressen hat man sich über viele wichtige Punktegeeinigt: dass für die Gelegenheitsverbrecher, die Anfänger, die nochnicht Vorbestraften das Gefängnis mehr schade als nütze: man hatvorgeschlagen, die Gefängnisstrafen durch verschiedene andere Mass-regeln zu ersetzen, z B. die Ermahnung (wie sie bereits in Italienund England in Kraft ist), Hausarrest, Geldstrafen, öffentliche Ar-beiten in frischer Luft, und besonders weiteste Anwendung der be-dingten Verurteilung, die es dem schuldigen Verurteilten möglichmacht, sich von einem accidentellen Vergehen zu rehabilitieren,indem sie ihn nicht dem entsittlichenden Einfluss der Rückfälligenund Gewohnheitsverbrecher aussetzt.
Einstimmig wurde der Artikel Garofalos angenommen: „DieUnion empfiehlt die Anwendung des Princips der bedingten Ver-urteilung, indem sie besonders betont, dass es notwendig sei, ihreGrenzen nach den lokalen Umständen zu bestimmen, wobei dem Ge-fühl und dem moralischen Zustand der Völker Rechnung zu tragen ist."
Es ist wahr, einige von den Gründern der Union (Liszt,Prins), die ihre Schlüsse und Anwendungen der Kriminalanthro-pologie verdanken, wollen dies nicht wahrhaben; — das ist abernur ein neuer Beweis, dass unsere Sache zur Reife gediehen ist.Die Söhne verleugnen ihre Väter, wenn sie gross geworden. Aberwas thut es, wenn Name und Arbeit desjenigen der Vergangenheitanheimfallen, der eine neue Idee angeregt, wenn nur diese Ideeselber triumphiert!