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Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
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Mittel v. 3 Für je eine Auf je

Jahren. Million. 100

M. W. M. W. Männer.Verbrechen (Schwurgerichte)

Vergiftungen......... 4,4 5,40 0,264 0,324 122,7

Körperverletzungen....... 899,2 34,2 59,346 2,052 3,8

Strassenraub...... . . 473,2 5,8 35,630 0,348 1,2

Diebstähle.......... 910,8 60,8 60,060 4,012 6,6

Betrügereien.........22,8 1,4 1,368 0,084 6,3

Hehlerei.......... 92,2 18.6 5,520 1,116 20,2

Brandstiftung......... 44,2 3,8 2,652 0,228 8,6

Wir wissen schon, dass das Mittel für die Teilnahme derWeiber an den von den Schwurgerichten abgeurteilten Verbrechen6 auf je 100 Männer beträgt.

Folgende Verbrechen übersteigen dieses Mittel beträchtlich:Hehlerei 20,2

Vergiftung 122,7

Fruchtabtreibung, Kindsniord 476,8

Diese letzteren können demnach als eigentliche Weiberverbrechenangesehen werden.

Die Spärlichkeit der Vergehen gegen die Staatsverwaltung be-greift sich bei den Frauen sehr leicht, da nur sehr wenige sich instaatlichen Stellungen befinden.

Die geringe Zahl der Verurteilungen wegen Arbeitsscheu,Landstreicherei und Übertretungen leitet sich aus verschiedenenUmständen her, darunter sind zu nennen: die geringere Neigung desWeibes zum Alkoholismus und folglich auch zu den daraus er-wachsenden Übeln; ihre geringere Teilnahme an den Handels-geschäften; ausserdem muss das Faktum selber, dass die Frau imallgemeinen sich nur schwach am Verbrechen beteiligt, die Zahl derFälle von Landstreicherei herabmindern.

Die ausserordentlich geringe Beteiligung der Frau an Strassen-raub, Mord, Totschlag, Körperverletzung ist gewiss von verschiedenenUrsachen abzuleiten, unter anderen gerade auch von den soeben ge-nannten. Jedenfalls aber ist auch die Natur des weiblichen Körper-baues selber hier von grösstem Finfluss; die Concipierung, Vor-bereitung und Ausführung eines Mordes setzt wenigstens in sehrvielen Fällen nicht nur physische Kraft, sondern auch eine gewisseKraft und Kompliziertheit der intellektuellen Funktionen voraus undletztere meist noch in höherem Grade als erstere. Und ein solcherGrad physischer und geistiger Entwicklung fehlt der Frau imVergleich zum Manne in den meisten Fällen. Ähnliches lässtsich unserer Ansicht nach auch für Betrügerei und Diebstahl an-führen. Es scheint uns dagegen, dass diejenigen Verbrechen, diebeim Weibe verhältnismässig öfter vorkommen als beim Manne, ge-

Lombroao, Verbreclierstudien. 11