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Noch schlimmer steht es mit der andern, die eine echte ge-borene Diebin ist.
..Luise C . . . — schreibt Magnan — ist neun Jahre alt,Tochter eines wahnsinnigen und von gewohnheitsmässigen geschlecht-lichen Erregungen geplagten Vaters."
..Sie ist wenig intelligent; die schlechtesten Triebe haben sichfrei bei ihr entwickelt; sie war stets wild und unfähig, ihre Auf-merksamkeit zu konzentrieren. Der Hang zum Diebstahl machtesich bei ihr seit ihrem dritten Jahre bemerkbar: sie schleppte alleszusammen, was sie ergattern konnte, nahm ihrer Mutter Geld undstahl aus den Schaufenstern der Läden. Mit fünf Jahren wurdesie von einem Polizisten arretiert und nach heftigem Widerstandauf die "Wache geführt. Sie treibt sich gern herum, schreit ohneGrund, wirft ihre Schuhe, ihre Puppen in den Abtritt, hebt aufder Strasse die Röcke auf; endlich ist sie von starken geschlecht-lichen Erregungen heimgesucht. Sie masturbierte mit sechs Jahrenund trieb labiale Onanie an ihrem Brüderchen. Im Irrenhaus onaniertesie in pleno publico und Hess sich von einer anderen Kranken einStück Holz in das Rectum einführen."
Nach Meinung des Autors hätte sie natürlich keinen krank-haften physiognomischen Charakterzug. Wenn man indessen ihrBild betrachtet (siehe Fig. 22) so fällt einem sogleich an der kaumNeunjährigen der vollständigste Typus des geborenen Verbrechersin die Augen: mongolische Gesichtsbildung, sehr starke Kiefer undJochbeine, sinus frontales, breitgedrückte Nase. Prognathismus.Asymmetrie, und vor allem Frühreife. Sie sieht wie eine er-wachsene Frau, ja fast wie ein reifer Mann aus.
Aus alledem ist ersichtlich, dass man den Verbrechertypusnicht etwa deswegen bestreitet, weil er wirklich nicht vorhandenAväre, sondern nur weil man ihn entweder nicht kennt, oder nichtsehen will. Einen neuen sprechenden Beweis dafür lieferte unsauch der Kriminialanthropologenkongress in Brüssel, wo einer derzahlreichen Pseudoanthropologeu. ein gewisser Ouylitz, die Photo-graphie eines Mannes herumzeigte, der den vollen Verbrechertypusdarbot, für dessen völlige Unbescholtenheit der Besitzer derPhotographie indessen sich verbürgte. Nun kommt es heraus, dassdieser angebliche Ehrenmann nur — 50 Vergehen zu verzeichnenhatte.
11. Der Verbrechertypus beim weiblichen Geschle cht.— Das häufige Vorkommen der analytisch untersuchten Degenerations-zeichen (siehe S. 68, 69 etc.) genügt indessen nicht, um uns eingenaues Bild des Typus der Verbrecherin zu geben; dieser Typus