Druckschrift 
Neue Fortschritte in den Verbrecherstudien
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

25 -

8. Dr. Carrara, der in meinem Laboratorium an Schädelnvon Verbrechern. Kretinen, Wahnsinnigen und Epileptikern nachdieser Anomalie suchte, fand unter 85 Verbrechern nur einen solchenFall, und zwar am Schädel eines Diebes, bei welchem indessen nurzwei accessorische Knöchelchen, auf jeder Seite eines, mit derinnersten Portion des unteren Randes des Nasenbeines durch Nahtverwachsen waren.

Eine Andeutung solcher accessorischer Knochen, oder wenigstensdas Vorhandensein von Nähten, die eine Portion von den Nasen-beinen abtrennten, fand er indessen häufiger: 7 mal bei 85 Ver-brechern, 1 mal bei 15 Kretinen. 2 mal bei 60 "Wahnsinnigen.1 mal bei 10 Epileptikern und 2 mal bei 20 Normalen.

9. Gaumenbogen. Dr. Talbot (Studien über Zähne undSchädel der Verbrecher. The Äiienist and Neurologist QuarterlyJournal, Bd. XII. Nr. 4. Oktober 1891) hat 477 Verbrecher unter-sucht und bei ihnen einen gemeinsamen Degenerationstypus desSchädels herausgefunden mit merklicher Neigung zur Submikrocephalie.zur Brachycephalie und zur Asymmetrie. Indessen seien die aus-gesprochensten Verbrechertypen keineswegs Amerikaner, sondernvielmehreingeschleppt als Auswurf der alternden europäischenGesellschaft", da bei ihnen, nach Dr. Lydston. das Evolutions-resultat und atavistische Tendenzen am ausgesprochensten seien.Jedenfalls geht aus den 18 Untersuchungen, worüber er ausführlichberichtet (13 Diebe, 4 Mörder und ein Fälscher, darunter 8 Ameri-kaner und 1 Ägypter) die schlimme erbliche Belastung der betreffendenSubjekte hervor und ihre physische Entartung, teils aus verschiedenenkörperlichen Merkmalen, teils aus dem häufigen Auftreten nervöserAlterationen wie Epilepsie (3 Fälle). Paranoia (4) desAlkoholismus und der Syphilis. Merkwürdig ist, dass eine Kopf-wunde in den drei genannten Fällen Epilepsie und bei einem anderenIndividuum verbrecherische Neigungen hervorgerufen zu habenscheint. Der Autor hat sodann auch die Deformitäten der Kieferund besonders des Oberkiefers studiert, bei dem AnomiMien desKnochens und der Zähne häufiger auftreten als am Unterkiefer undvon allgemeinen Ursachen abhängen. Als solche Anomalien be-zeichnet er die V-förmige Gestaltung des Zahnbogens. wenn sicheine Einschnürung vor den Prämolaren zeigt, und die sattelförmige,wenn diese hinter denselben eintritt. Unter den 477 Verbrechernfanden sich 9 AVeiber in dieser Beziehung sämtlich normal, währendvon den 468 Männern 36.06°/o normal waren.

Vorspringender Unterkiefer....... 3.56 °/o

Oberkiefer.......1,06 ,,

V-förmige Zahnbogen........2,70