Druckschrift 
F. W. Schmidt's hinterlassene Forschungen über noch vorhandene Reste von den Militairstrassen, Befestigungen, Aquäducten etc. der Römer in den Rheinlanden
Entstehung
Seite
197
Einzelbild herunterladen
 

197

dieselbe gebaut ist, sind jedoch die Veranlassung 1 geworden,dass dieselbe in den letzten Jahren auf dem Hunsrückengrösstenteils zerstört und ihr Material zu neuen Strassen-Anlageu benutzt worden ist, und noch täglich benutzt wird,so dass in kurzer Zeit dieses schöne Monument der Römergänzlich verschwunden sein wird.

Ad 9. Römers trasse, welche bei Dörrebach von

der Strasse nach Bingen abging und nach der

Heidenmauer bei Kreuznach etc. führte.

Diese Strasse, welche die Bestimmung gehabt zu habenscheint, eine nähere Verbindung zwischen Trier und demOberrheine, als mittelst der Rheinstrasse von Bingen überMainz etc. zu bewirken, wird weder in dem llinerar desAntonin noch auf der Peutingerschen Tafel genannt. Auch ^3*'gehörte dieselbe, nach den Ueberresten zu urtheilfijQweJpJie'von ihr noch vorhanden sind, ihrer Bauart nacjpicht zuden grossen Militairstrassen des römischen Reiche's, sondernmehr in die Klasse der Vicinalstrassen. v

Sie geht bei Dörrebach von dem Arme der Römerstrasse,der aus der Gegend von Simmern über das Soongebirgenach Bingen führte , rechts ab, zieht sich, unter dem ^V. .

alten Namen derLehnstrasse" 200 Schritt westlich von k

Schöneberg und ebensoweit östlich von Hergenfeld auf derHöhe fort, und trifft oberhalb Windesheim in die neueChaussee von Stromberg, wo sich dieselbe in einem beinaherechten Winkel nach Kreuznach wendet. Diese Chausseeist von diesem Punkte an über die Höhe, der hungrigeWolf genannt, bis dicht vor Kreuznach auf die Römerstrassegelegt, wo die letztere links von ihr abging und sich überdie Nahe nach der Heidenmauer wendete. Die unter demNamen

Heidenmauer noch vorhandenen Ruinen sind die Ueber-reste eines römischen Kastells, welches die Bestimmung hatte,

i