167
die Könige der Franken haften hier eine Cialis regia 163 ).Der Ort wird noch jetzt in die Ober- Mittel- und Unterstadteingctheilt, und jede dieser Abtheilungen ist mit starkenMauern und Th firmen umgeben, so dass Boppard aus dreibesonders befestigten Abschnitten bestand. An den Mauern
ff. einen „die römische Militairstrasse von Bingen nach Coblenz"überschriebenen Aufsatz, in welchem Herr Dr. Kossei nicht nurdas nördlich des Rupertsberges, Bingen gegenüber, auf demgrossen römischen Soldaten-Gräber-Platze aufgefundene Stückdieser Strasse näher betrachtet, sondern auch über ein weiterrheinabwärts zu Tage gekommenes Folgendes mittheilt:
Zwischen Salzig und Hirzenach ungefähr, in der Mitte desWeges, wurde das römische Straasenpflaster im Sommer 1859von Herrn Bauführer Keller — gelegentlich der Arbeiten ander linksrheinischen Eisenbahn — in 10' Tiefe unter der blherigen Oberfläche aufgefunden- Es wurde hier auf mehr als400' Länge verfolgt und bloss gelegt; in Folge dej| Senkungder Oberfläche lag die alte Strasse an andern Stellj^nur noch5' tief. Ihre volle Breite wurde, da keine Veranlassung dazuvorlag, nicht ermittelt, jedoch auf 12 bis 14' weit durchbrochenund das Material tbeilweise anderweit vernutzt. Der Strassen-körper bestand aus einem Gestick, ähnlich dem, das auch derneuere Strassenbau anwendet, doch waren die Steine der Unter-lage mehr als doppelt so gross als die in der Neuzeit ver-wendeten , auf die schmale Kante gestellt und die Zwischen-räume mit verkleinertem Material ausgezwickt. Das ganzeGestick hatte eine Stärke von 1' bis 15"; die Oberfläche derStrasse zeigte in der Mitte eine schwache "Wölbung. Eineweitere Verfolgung der alten Strasse war nicht möglich, da dieheutige Landstrasse von Bingen nach Coblenz dieselbe bedeckt.163) Nach Vernichtung der römischen Herrschaft* an dem Rheineund in Gallien wurden die meisten römischen Kastelle von denfränkischen Königen zu Krondomänen unter der Benennung:Palatium, Curtis regia, Villa regia verwandelt, so dassman fast immer mit Gewissheit schliesen kann, dass sich ansolchen Stellen, wo die Könige der Franken Königshöfe hattenfrüher römische Befestigungen befanden.
J