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Das Municipitim von Mainz. Die Standquartiereder Legionen am Rheine enthielten innerhalb ihrer Befesti-gungen bloss die nöthigen Militairgebäude etc. Die mancher-lei Verhältnisse einer so grossen Anzahl von Kriegern, diein Mainz garnisonirten, der lange Friede am Rhein unter denAntoninen, der Handel, der von hier aus mit den Germanenauf der rechten Rheinseite getrieben wurde, gaben dieVeranlassung, dass neben der Festung an dem östlichenund südöstlichen Abhänge gegen den Rhein eine bürgerlicheStadt (Municipium) entstand, welche einen grossen Theildes jetzigen Mainz 152 ) einnahm. Die hier gefundenen Monu-mente fangen gegen das Ende des 2. Jahrhunderts an, undauf ihnen werden die Cives Romani von den Cives Taunensesjederzeit unterschieden , welches beweiset, dass dieses Muni-cipium von römischen Bürgern und von Germanen, welchevon den) Taunus gekommen und sich hier angesiedelt hatten,bewohnt war.
Während des batavischen Krieges kam Mainz auf kurzeZeit in die Gewalt des Civilis, und wurde durch die 21. Legion,welche in Vindonissa (Windisch) ihr Standquartier hatte,wieder befreit Später ist dieser Ort mehrere Male der Schau-platz blutiger Thaten geworden. Der Kaiser AlexanderSeverus, der einen schimpflichen Frieden von den Allemannenerkauft hatte, wurde wegen dieser Entehrung der römischenWaffen, nebst seiner Mutter Mamaea, von den aufgebrachtenLegionen in der Nähe von Mainz (wahrscheinlich zu Bretzen-heim) 153 ) im Jahre 235 ermordet. Dasselbe widerfuhr 267 demUsurpator von Gallien, Posthumus, als er diese Festung,worin sich der Tyrann Laelianus eingeschlossen, eroberthatte und den Soldaten nicht zur Plünderung überlassenwollte. Nach der neuen Militair-Organisation des römischen
152) Vgl. Jahrb. H. XXVIII. S. 114.
153) In Sicila, sagt Lampridius o. 59, dem heutigen Sicklingen. F.
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