Druckschrift 
F. W. Schmidt's hinterlassene Forschungen über noch vorhandene Reste von den Militairstrassen, Befestigungen, Aquäducten etc. der Römer in den Rheinlanden
Entstehung
Seite
111
Einzelbild herunterladen
 

111

Nördlich von Xanten 118 ), auf beiden Seiten der Strassenach Cleve, findet sich ein viereckiger, erhöhter Raum,dessen Grund und Boden voll alten Gemäuers ist, und dieRuinen eines grossen römischen Gebäudes, die alte Burggenannt, sind zum Theil noch oberirdisch. Oestlich wirddieser Raum durch die Pisteley (höchst wahrscheinlich einUeberbleibsel des alten Rheinlaufes, der nach alten Nach-richten in frühem Zeiten dicht an Xanten vorbei gegangensein soll), und westlich durch das Langwasser begrenzt.An der nördlichen Seite wurden im letzten Sommer (1828)da, wo die hier sichtbare Römerstrasse diesen Raum ver-lässt und eine Wendung links macht, auf beiden Seiten der-selben grosse quadratförmige Steinmassen, die das FundanWitdes nördlichen Ausgangsthores gebildet zu haben scheinen/^Tv^ausgegraben. Vor der Südseite dieses Raumes befindet sichin den Feldern und Gärten gegen Xanten zu em grosserGräberplatz der XXX. Legion und der Einwohner von Co-lonia Trajana, und bekanntlich mussten die Todten nachdem römischen Gesetz ausserhalb der Mauern beerdigt wer-den. Die Römerstrasse ist in der Richtung der neuen Chausseemitten durch diesen Raum gegangen und wird am nördlichenEnde desselben auf eine grössere Strecke sichtbar. Die in -**dem Itinerar des Antonin angegebene Römerstrasse, welchevon Golonia Trajana nach der Maas und auf einem Umwegenach Cöln führte, hat der Verf. in der jetzigen Grün-strasse wieder aufgefunden. Sie ist in der Mitte derwestlichen Front des Lagers ausgegangen, und hat um dennoch jetzt sumpfigen Heerde-Ramp herumgeführt. Von demGehöft des Bauern Scholz an ist sie noch ganz als Römer-strasse zu erkennen, und über Sonsbeck etc. in der im Itinerarangegebenen Richtung zu verfolgen.

118) Vgl. ebend. H. V. und VI, S. 238 ff., H. X. S. 66, H. XVII-S. 141, und II. XXVI. S. 181. ff.