jetzigen Terrainoberfläche eingelassen, oder mit ihr gleich-hoch zu liegen scheinen, da kann man immer mit Bestimmt-heit annehmen, dass sie von aufgeschwemmter Erde bedeckt,oder zerstört worden sind. Diese Erddämme sind gegen-wärtig, sei es durch die Länge der Zeit oder durch dasursprüngliche Zusammenrammen der Erde, so fest, dass esMühe macht, mit der Spitzhaue in sie einzudringen.
Wegen dieser Erhöhung werden diese Strassen von denrömischen Schriftstellern oft bloss Dämme (aggeres) genannt,und es ist ausdrücklich bemerkt, dass man ihnen diese Ge-stalt gab, theils um sie bei jedem Witterungswechsel trockenzu erhalten (welchen Zweck sie auch vollkommen erfüllten),theils um eine freiere Aussicht von ihnen zu haben , beson-ders aber um von einem höhern Standpunkte den andringen-den Feind besser bekämpfen zu können und den Soldatenals Wall und Schutzwehr zu dienen.
In diese Erddämme ist die Besteinung eingesetzt, unddie einzelnen Lagen derselben mit Kalk und Mörtel in sichund mit einander verbunden. Zu den Besteinungen istgewöhnlich die Steinart genommen, welche sich in der Nähevorfindet, und nur in den Fällen, wo die in der Nähe vor-kommende Steinart, wie z. B. der Sandstein, für die obernSchichten zu weich war, wurden für letztere härtere Stein-gattungen, als Basalt, Quarz, Grauwacke, harter Kalksteinund »besonders Kies aus grösserer Ferne herbeigeschafft. InGegenden, wo es keine Bruchsteine giebt, wie am Nieder-rhein , bestehen diese Strassen bloss aus einem hohen Erd-damme, der eine Lage von 2 bis 2V 2 Fuss hohem und mitMörtel verbundenem Kheinkiese zur Decke hat.
Die verschiedene Art der Besteinung der römischen Mili-tairstrassen, so weit der Verf. dieselben hat kennen lernen,ist hier nach den Profil-Aufnahmen bemerkt, die er mit dermöglichsten Sorgfalt von wühlerhaltenen Stellen solcherStrassen genommen hat.