120b) Klavierspiel. Nächst dem Gesange wird ganz beson-ders auf Vorkenntnisse im Klavierspiel gesehen.Der Aspirant soll die Tonleitern sämmtlicher Tonarten durchmehrere Oktaven mit beiden Händen gehörig und fertig spielenund leichte Sonaten oder sonstige leichte Klavierkompositionentechnisch richtig ausführen können.Uebungsſtoff bieten:Der Wiener Clavierlehrer von Jos. Ezerny (:der 1. Theil).Instruktive Uebungsstücke von A. F. Müller.Clementi's Sonatinen. ob. 36, 37, 38. Kuhlau's 6 Sona-tinen mit Fingersatz. ob. 55 (Für ein 6 oktavig Instrument).16 Etüden von Julius Otto (Für etwas vorgeschrittene:).Bei den Klavierübungen muß mit möglichster Sorgfalt ver-fahren und auf gute Haltung des Körpers, der Arme, Händeund Finger, guten Anschlag der Tasten, richtige Fingerordnungund taktfestes Spiel gehalten werden. Es sind hauptsächlichsolche Stücke zu üben, die vorzugsweise auf Fingerordnung undFingerfertigkeit berechnet sind.c) Orgelspiel. Jeder Aspirant sollte im Stande sein,die Choräle auf der Orgel zu spielen. Da aber viele gar keineGelegenheit zum Orgelspiel haben, so muß von solchen um somehr verlangt werden, daß sie diese Gesänge auf dem Klaviermit Fertigkeit vortragen können.Bei Orgelübungen sind zu benutzen: Alte Choralmelodien,herausgegeben von Töpler.Nutzliche Gabe für Orgelspieler, von Hesse (:das 1. Bänd-chen:) 12 Studien für die Orgel mit obligatem Pedal, von Hesse.Rincks praktische Orgelschule (1. Theil). Handbuch für Or-ganisten, von Fr. Schneider.d) Violinspiel. Der Aspirant soll auf der Violine dieTonleiter aus den gebräuchlichsten Tonarten, auch wohl leichteDuetten, wie die von Wanhall (:Bonn bei Mompour:) mit Be-obachtung einer guten Haltung und Bogenführung rein und sicherspielen können.e) Theorie der Musik. Der Aspirant soll nicht nur diemusikalischen Zeichen, Taktarten, Tonleitern und Tonarten nebstVorzeichnung kennen, sondern auch die Intervalle, Dreiklänge undSeptimenakkorde in den verschiedenen Tonarten mündlich undauf dem Klaviere anzugeben wissen und auch bestimmen können,auf welcher Stufe der Dur= und Molltonleiter dieser oder jenerder genannten Grundakkorde seinen Sitz habe.Zur Aneignung dieser Kenntnisse und Fertigkeiten wird auf die„Vollständige Generalbaßschule von J. G. Meister, Ilmenaubei F. Voigtverwiesen.
Druckschrift
Sammlung der gesetzlichen Bestimmungen und Vorschriften des Elementar-Schulwesens im Bezirk der königl. Regierung Düsseldorf, nebst e. histor. Einl. in die Verwaltung des öffentl. Unterrichts aus den Zeiten des Churfürsten Carl Theodor bis auf das Todesjahr König Friedrich Wilhelm III., 1794 - 1840
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120
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