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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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177niederdeutscher Sprache, mit der Ueberschrift; van goedenwoerden te horen ende die te spreken und der Schluß-bemerkung: Anno Domini Mo. CCCCo. et LVII) Finituset scriptus per manus fratris Thomae Kempis. 2) DieserFund war um so wichtiger, als er das einzige deutscheWerkchen betraf, das wir von Thomas a Kempis haben.Die unserer Leser, welche wünschen, die Gesammtwerkedes Thomas a Kempis aus einer deutschen Uebersetzungkennen zu lernen, weisen wir auf die von J. P. Silbert hin(vier Bände, Wien bei Wallishauser 1834), welche zugleichden Vorzug hat, daß darin die bei Sommalius fehlendeChronik des St. Agnetenbergsklosters aufgenommen ist. Umdie Lust hierzu anzuregen, zugleich eine nähere Bekanntschaftmit den Geistesprodukten unseres Thomas zu machen, wasoben nur oberflächlich geschehen ist, möge der Prospektus derSilbert'schen Uebersetzung hier seine Stelle finden.Dererste der vier Bände gibt die geistlichen Reden an dieJünger und Brüder des Ordens und anmuthige Betrachtun-gen über die Geburt, das Leben und Leiden Jesu Christi.Diese wunderlieblichen Reden oder vielmehr Ergießungeneines von Gott erleuchteten Herzens strömen gleich einemheiligen Feuer, das die Herzen mit Macht entzündet. Essind blühende vom himmlischen Thau begossene Klostergärten,in deren Beeten duftreiche Blumen aller Farben und Ge-stalten in unverwelklicher Schöne blühen. Schneeige Liliender Reinigkeit, Roſen heiliger Liebe, blaue Cyanen himmli-ſcher Betrachtungen, dunkele Violen nächtlichen Gebetes, pur-purfarbene Passionsblumen, liebliche Marienröschen, AgnusKastus und Sinnpflanzen voll reichen Sinnes in zahlloserMenge. Keine Seele, die in diesen anmuthigen geistlichenWonnegärten zu ihrer Erbauung, Belehrung und zu ihremTroste sich ergeht, kehrt leer aus denselben zurück. Derzweite Band enthält die kleineren geistlichen Schriften.Wie aus eben ſo vielen übervollen und lebendigen Quellenströmen aus diesen köstlichen Schriften Schätze innerlicherund glückseliger Erfahrungen eines göttlich liebenden Gemü-thes. Sie sind gleich geistlichen Füllhörnern voll kräftiger1) 1456.2) Malou cit. Seite 216 und 220.12