128Thomas a Kempis zu seinem Aufenthalt gewählt hatte,etwas Ausführliches wissen will, möge sich in den Chroni-ken von Windesheim und St. Agnetenberg Rath erholen.Für hier nur dies. An der Spitze des Ganzen der klöster-lichen Anstalt, der dieselbe sowohl nach Außen vertrat, alsihr Inneres in geistlicher und weltlicher Hinsicht zu leitenhatte, stand der Prior. Er wurde von der Gemeinde, un-ter Vorsitz einiger von dem Ordenskapitel dazu Beauftrag-ten gewählt. Ihm zur Seite standen für das Kirchlicheder Supprior und für die Haushaltung der Prokurator.Dem Prior und im Vertretungsfalle dem Supprior warjeder Klosterangehörige unbedingten Gehorsam schuldig.!)Der Prior wählte sich seinen Unterprior nach Anhören desGutachtens seiner Brüder. Zum Prokurator wurde jährlich,nach der Rechnungsablage in der Woche nach Ostern einneuer eingesetzt. Dennoch war der abgehende wieder wähl-bar.?) Dieregular=Kanonichen kleideten sich in einen lan-gen ſchwarzen oder grauen Rock³) wie die andern Weltgeiſt-lichen, und trugen darüber ein weißes linnenes ziemlichenges Röcklein, *) was als die eigentliche Ordenstracht ange-ſehn und dem ſogar eine myſtiſche Bedeutung beigelegtwurde. 5) Ueber den Schultern hatten sie einen Kragen, derso eingerichtet war, daß er zugleich als Kopfbedeckung ge-braucht werden konnte. Die Tracht der rheinländischen Re-gularen war von der der niederländischen etwas verschieden,bis sie sich bei Aufnahme des Neußer Capitels zur Windes-heimer Congregation über Einförmigkeit einigten.⁶) DasBiret, was sie auf dem Kopfe trugen, war von gedrückterForm.?) Ihre Bärte ließen unſere Kloſtergeiſtlichen wach-sens) Schon unter dem ersten Prior Johann a Kempiswurde das Kloster auf dem Agnetenberg mit seinem Zubehörmit einer steinernen Mauer umgeben. Derselbe errichtete dieChr. wind. S. 68.2) Ebendaf.3) Toga, tunica talaris.4) Rochett.5) Chr. wind Cap. 23.6) Ebendaſ. Cap. 44.7) Ein Mehreres mag gesehen werden im Chron. wind. SS. 55,96, 188 und 200.) Chr. wind. SS. 115, 291, 388 und I Serm VI ad nov, § 9.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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