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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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120Nachdem nun der ältere Bruder und der jüngere, der ersteals Vorsteher, der andere als Untergebener, beinahe neunJahre dort zugebracht hatten, mußten sie sich trennen. Jo-hann a Kempis legte (1408) seine Priorstelle nieder, verließSt. Agnetenberg und begab sich nach St. Petersweyer, einemin die Windesheimer Congregation zwar aufgenommenen,aber nicht recht aufkommen wollenden Kloster bei Bommelim Geldrischen.!) Sein Nachfolger als Prior von St. Agnetenberg war Wilhelm Vorniken aus Windesheim.?) Dieserwurde, nachdem er seine Stelle siebzehn Jahre bekleidethalte, nach dem Mutterhause zurückberufen und zum Ordens-haupte der ganzen Congregation erwählt.3) An VornikensStelle wurde der bis dahin Unterprior gewesene Diethrichvon Cleve (Theodoricus Clivis) Prior auf dem St. Agne-tenberg und Thomas a Kempis wurde an seiner Stelle Un-terprior.4)Nach der allgemeinen Meinungs) verfaßte Thomas aKempis das vierte Buch von der Nachfolge Christi zuerstund zwar in dem ersten Jahre, nachdem er zum Priester ge-weiht war. Bald nachher muß er die drei ersten Bücherdieses seines unsterblichen Werkes verfaßt haben, wozu erverschiedene Auszüge und Zusammenstellungen und Dictataaus den schriftlichen und mündlichen Nachlassen seiner from-men Genossen und ihrer Führer benutzte.Seine Ansprachen an die Kloster=Novizen (Sermonesad novitios) kann Thomas wohl zu keiner anderen Zeitniedergeschrieben haben, als wo er Unterprior war. Ines bei der Gelegenheit, als der Bischof Matthias von Budica, Suffragandes Utrechter Fürstbischofs Friedrich von Blankenheim am 8. April 1412die neuerbaute Klosterkirche auf dem St. Agnetenberge nebst dem Haupt-altare und vier Nebenaltären einweihete. Chr. mont. cit. C. XIV S. 38.Andere (Eusebius Amort: Deductio critica S. 6 und Malou: recher-ches S. 6) setzen die Priesterweihe des Thomas a Kempis auf dasJahr 1413 an.) Chr. wind. S. 172 und chr. m. s. Agn. S. 62.2) Chr. s. Agn. cit. S. 34.3) Chr. m. s. Agn. S. 35.4) Im Jahre 1425 chr. eit S. 53 und 58.) die sich auf eine Stelle cap. V. v. 2 Libr. IV de imit. stützt.6) S. Eus. Am. I. cit. ad an. 1415. Auch diesem scharfsinnigenGelehrten ist es nicht entgangen daß die Bücher von der NachfolgeChristi nicht in einem nothwendigen Zusammenhange stehen.