Druckschrift 
Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

119nen Erlebnisse aufzutischen. Alles paßt auch gut zu einerReise nach Kempen. Nach Neuß, wohin ihr frommer Ge-leitsmann wollte, gab es von Nymwegen zwei Wege: einensich nahe beim Rhein haltenden, die römische Hochstraße undeinen durch den Clever Reichswald, über Walbeck (wo dasSt. Quirinusstift in Neuß einen bedeutenden Zehnten hatte)Straelen (bis hier ein Theil der Kaiserstraße von Aachennach Nymwegen) und Kempen. Es ist wahrscheinlich, daßdie beiden Fratres regulares sich dieses letzteren bedienten,weil nahe an demselben eine geistliche Anstalt ihres Ordens:die Gadesonk bei Goch lag. Rosweidus meldet:!) Tho-mas a Kempis erzähle irgendwo (ohne nähere Angabe) erhabe einstens mit Erlaubniß seiner Klosterobern eine Wall-fahrt nach Trier gemacht und unterweges seine Eltern be-sucht. Uns ist es nicht gelungen, die Stelle zu entdecken.Auch hatte er in diesen sechs Jahren nicht nur mitMangel und mancherlei Entbehrungen, sondern auch mit hef-tigen Versuchungen zu kämpfen und schwere Prüfungen zubestehen.?) Im siebenten Jahre nach seiner Aufnahme, 1406,den 12. Juni am hohen Frohnleichnamsfeste erhielt er mitzwei Genoſſen von ſeinem Bruder Johannes, der dem Klo-ster noch immer als Prior vorstand, das Ordenskleid undlegte in dessen Hände die klösterlichen Gelübde ab.3) Wenner damals schon, wie sein Bruder Johannes bei Anlegundes Ordenskleides Diaconus gewesen wäre, würde dies auf-gezeichnet worden sein und der Chronist ihn nicht einfachKleriker genannt haben. Sicher war er noch nicht Prie-ster. Die Priesterweihe erhielt er erst sechs Jahre nachher.1) Vita th. a K. in Chr. m. st. Agnetis S. 117 Anh. §. 4.2) et sustinuit ab exordio monasterii magnam penuriam, ten-tationes et labores, sagt sein Mitbruder, der seinen Sterbetag in derKloster=Chronik anmerkte. Cont. chr. s. Agn. bei Rosweid. S. 137.Vgl. vit th. aut. coaevo I cit.3) Vorschriftsmäßig mußte dies schriftlich und mündlich geschehen.Die Professions⸗Formel lautete: Ego frater N. promitto Deo auxili-ante, perpetuam continentiam, carentiam proprii et obedientiamtibi Pater Prior! et successoribus tuis canonice instituendis secun-dum regulam beati Augustini et secundum constitutiones loci hu-jus constitutis et postmodum constituendis. Chr. windesh. S. 84.4) In seinem Nekrologium bei Rosw. cont chr. s. Agn. S. 137heißt eser sei gestorben anno quinquagesimo octavo sacerdotii.Also muß er im Jahre 1412 Priester geworden sein. Vermuthlich war