102vorsteher ständen noch mehrere Kisten gefüllt in seinem Ver-wahrsam. Zweifelsohne ist dabei auch noch die mit Grootgeführte Correspondenz vorhanden. Ist dies wirklich derFall, so muß sie uns darüber Aufschluß geben, ob sie aufdas Heranziehen des älteren Hemerken von Kempen nachDeventer eingewirkt hat, oder nicht. Eine andere Möglich-keit, die aber nicht so viel Wahrscheinlichkeit für sich hat, istdiese: Ein vornehmer in seiner Wohnstadt und dem benach-barten Uerdingen stark begüterter Bürger von Kempen Johannvon Broichhusen, hatte einen Sohn, der Pfarrer zu Dorn-spick bei Harderwyck, also ganz nahe bei Deventer war.Dieser starb im Jahre 1429.1) Die Pfarrstelle kann er nachdamaligem Brauch als Knabe, als Kind erhalten haben.Wenn er sie nun auch selbst nicht versah, sondern durch einenStellvertreter verwalten ließ; so ist doch nach allen Combi-nationen nichts dagegen einzuwenden, daß er schon um dasJahr 1380, also zur Zeit, wo Johann Hemerken Kempenverlassen haben muß, in die dortige Gegend gekommen war.Wie leicht konnte man in Kempen durch ihn vonden Zuständen in Deventer gehört haben! Wie leichtwar es durch ihn und seine Freunde mit GerhardGroot bekannt zu werden! Es erübrigt noch eine dritteMöglichkeit. Mit den Brüdern Johann und Thomas He-merken war ein gewisser Johann Kuyt Priester und Rektordes Muttergottesaltars in Kempen verwandt.?) Vermuthlichwar er ihr mütterlicher Oheim. Dieser kommt im Jahre1403 bei Wilmiuss) als Scholastikus des Stiftes zu Kaysers-*) Im Jahre 1369 kaufte Johann von Broichhusen, Arnolds SohnGrüter in Uerdingen den Ledingshof an (Urk. im Stadtarchiv zu Kem-pen N. 148 I. womit er einige Jahre nachher (1390 Urk ebendas. I.N. 78 und 41 a.) das von ihm gegründete große Gasthaus oder Spi-tal dotirte. Schon im Jahre 1396 kommen (bei Wilmius rer. Kemp.)mit ihm seine Söhne Johann, Elias und Arnold vor. Der erste ist un-ser Pfarrer zu Dornspyck (Wilm. cit. ad ann. 1429) Diese Zeitdatastimmen mit der angeführten Muthmaßung gut überein. Wilmins schreibt:„1429 vixit Kempenae Joes am Iseren executor testamenti D. JoisBroichhusi primi rectoris hospitalis allegato anno mortui qui etpastor fuit in Doorenspick prope Elburgum, quem ibidem haeren-tem familiarem fuisse existimo Thomae a Kempis cuius monasterioerat vicinus.S. Urk. N. 10 im Anhang.3) Rerum Kemp.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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