76er als eine kostbare Reliquie die von Thomas a Kempis invier großen Folianten schön geschriebene, später in demFrohnleichnams⸗Kloſter in Köln aufbewahrte, Bibel.!) Balddarauf im Jahre 1573 wurden die Klostergeistlichen von denHeerschaaren des gegen die spanische Oberherrschaft Partheinehmenden Grafen Wilhelm von dem Berg (s' Heerenberg)vertrieben und nachdem die im Haag versammelten General-Staaten im Jahre 1581 dem König Philipp den Gehorsamaufgekündigt hatten, wurde das zerstörte Kloster mit seinenLiegenschaften und Einkünften ebenfalls zum Fiscus der Pro-vinz Overyssel eingezogen.?) Auf den Ruinen wurde eineLandschule errichtet und der Kirchhof wurde ein den katho-lischen und nichtkatholischen Anwohnern gemeinsamer Be-gräbnißplatz.Heribert Rosweyduss) bezeugt, daß zu seiner Zeit derBerg, worauf einstens das St. Agneten=Kloster stand, inwelchem Thomas a Kempis seine gottseligen Tage verlebte,beim Volke der Wunderberg (Berg van Mirakelen) hieß,und daß derselbe von andächtigen Katholiken betend undbaarfuß, um das Andenken dieses frommen Mannes zu eh-ren, besucht zu werden pflegte. Neuere Nachrichten hattenvermeldet, der Berg oder vielmehr Hügel, auf welchem sonstdas St. Agneten=Kloster lag, sei in einen Lustgarten umge-schaffen. Zuverlässigen Erkundigungen zufolge ist dies nichtder Fall. Er ist ganz mit Strauchholz besetzt. Nicht ein-mal von den Ruinen des Klosters und der Kirche ist mehreine Spur. Auch sind die beiden großen Steine, die beiErhebung der Gebeine des Thomas a Kempis (im Jahre1672) zur Bezeichnung seiner Grabstätte gelegt wurden, nichtmehr sichtbar. Möglich, daß sie unter dem Boden noch zuentdecken sind, denn derselbe ist sandig und sie können leichtüberwehet sein. Den Platz seines Grabes weiß man inZwoll nicht mehr bestimmt anzugeben. Am Abhange des1) Jac. Brewer biogr cit. S. 30. Vermuthlich war Aegidiusde monte es auch, der die Handschriften der Chroniken von Windesheimund St Agnetenberg nach Brüssel flüchtete, wo der Jesuit HeribertRosweidus sie fand und im J. 1621 (in Antwerpen) herausgab.) Ebendas. S. 29.¹) Vita Thomae a Kempis als Appendix zu dem von ihm heraus-gegebenen Chronicon monlis s. Agnetis. S. 122.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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