59nicht die geringste Spur.!) Die Arzneiwissenschaft war ihmunbekannt. Mit Rechtshandeln wollte er durchaus nichts zuschaffen haben. Die Verfolgung unglücklicher Geistlichen,denen im Kopfe oder im Herzen etwas Menschliches begegnetwar, überließ er dem bischöflichen Promotor oder seinenFiscalen, das Predigtamt den dafür angestellten. Alles dieszum Glück für das junge Pflänzchen, dem er seine ganzeFürsorge und Thätigkeit zuwendete, nämlich für die Abzwei-gung der frommen Brüderschaft, zu welcher die studirendeJugend gehörte.In Deventer und Zwoll waren blühende Schulen. Wirmüssen es der Pietät des Johann Buschius gegen seinenJugendlehrer Johann Cele Dank wissen, daß er ihm amEnde des zweiten Theils seiner Windesheimer Chronik-ein so schönes Denkmal setzte, indem durch dasselbe die Kundedes Zustandes der Schule zu Zwoll der Nachwelt erhaltenworden ist. Geschichtliche Nachrichten über Unterrichts=Ver-hältnisse sind höchst selten, eben deshalb um so schätzbarer.Johann Cele, einem angesehenen Geschlechte in Zwollangehörig, erhielt seine Bildung auf der Universität zu Pra-wo damals die Parthei der Nominalisten die Oberhand hatte,welche später, nach langen Kämpfen, die noch zum Theil indie Studienjahre unseres niederländischen Adepten fielen,der der Realisten weichen mußte (im Jahre 1409). Umdas Jahr 1376 wurde er als „Rector scholarium“ Jugend-lehrer seiner Vaterstadt von den dortigen Scheffen, denendas Patronat der Schule zustand, angestellt. Der Schülerwaren bisweilen achthundert bis tausend, die in acht Lehr-zimmern vertheilt waren.3) Als Gehülfen hatte sich Celezwei Unterlehrer (Magistros artium) angenommen und inden sechs untern Klassen ertheilten Schüler aus den höchstenKlassen den Unterricht. *) Die Wissenschaften, welche gelehrtwurden, waren: Grammatik, Logik, Ethik und Philosophie,welche letztere zugleich Dicht⸗ und Rede⸗Kunſt, Mathematikund Physik in sich begriff. Die Schule war also eine Vor-bereitungs=Anstalt zur Universität, das, was wir jetzt ein1) Mit Ausnahme einiger kleinen Aufsätze. (vita florentii am Ende.)2) de viris illust. congr. windesh. Cap. 58-72.Chr. wind. S. 603.b) ibid. S. 604.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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