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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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58guten Schriften, besonders denen des Alterthums, mehr Ver-breitung zu verschaffen. Seine Vorträge hielt er bald hie,bald da, nicht nur in Kirchen und im Freien, sondern auchin Häusern, besonders bei den Versammlungen der frommenVereine. Von diesen, die sich durch die ganze Gegend ver-breitet hatten, war er die leitende Seele. Den Geistlichen,die entweder durch widerrechtliche Erlangung ihrer Stellen,oder durch ärgerlichen Wandel oder durch lehrwidrige Vor-träge sich ihres Amtes unwürdig machten, war er als einunerbittlicher Verfolger auf der Ferse. Kein Mißbrauch imöffentlichen Leben entging seinem Scharfsinn und seinen Straf-reden. Es scheint auch, daß er sich zu Gunsten des recht-mäßigen Papstes Urban VI. gegen den Gegenpapst Clemensbemühet hat. Daß er lange mit dem Gedanken umging einKloster zu gründen, und ihm eine Verfassung nach seinemSinne zu geben, wurde schon gemeldet. Auf die Weltleutewelche im Ehestande lebten, wirkte er durch Besörderung undNeubelebung der dritten Regel des h. Franziskus, 1) vonwelcher bei den meisten ihrer Annehmer nur noch die Aeu-ßerlichkeiten in Uebung waren und der er einen neuen Geisteinzuhauchen wußte. Sein eigenes Haus trat er einer Ge-nossenschaft andächtiger Jungfrauen und Wittwen ab, diedurch Handarbeit sich und anderen Dürftigen den nothwen-digen Lebensunterhalt verschafften. Obgleich er es nicht fürgerathen hielt, bei ihnen zu wohnen, machte ihm doch dieAnstalt viele Mühe und Sorge. Endlich hatte Groot auchauf die studirende Jugend seine Aufmerksamkeit gerichtet.Die ärmeren versah er mit Büchern und Schulgeld, empfahlsie wohlthätigen Leuten und verschaffte ihnen Verdienst durchBücherabschreiben. Er liebte es, daß die jungen Leute zuihm kamen, um seine Ermahnungen anzuhören. Florentiushingegen fühlte sich wegen seiner schwächlichen Gesundheitund weil es ihm sonst an den nöthigen Fähigkeiten fehlte,nicht im Stande dem Groot in allen seinen Bestrebungenzu folgen. Auch begriff er es, daß es nöthig wäre, seineThätigkeit auf einem einzigen Gegenstand zusammen zu halten,wenn etwas Tüchtiges und Bleibendes geschaffen werdensollte. Von schriftstellerischen Leistungen des Florentius ist1) Chr. wind: S. 9.