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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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51Kloster wurde er in dem Entschluß diesen mit aller Entschie-denheit zu verfolgen bestärkt. In einer Klosterkirche hatteer sein einsames Betplätzchen.!) Die Gründung einesKlosters nimmt bei seiner letzten Willensäußerung eine her-vorragende Stelle ein. Es wird ihm nachgerühmt, daß ausseinen Schülern die besten Klostergeistlichen und die tüchtig-sten Obern klösterlicher Anstalten hervorgegangen sind.Wie läßt sich dies Alles damit reimen, daß er es für eineseiner Aufgaben gehalten habe, dem Einfluß der Klostergeist-lichen entgegen zu wirken? An der ganzen Sache, daß Grootein Feind der Mönche gewesen sei, ist nur dies wahr: erverübelte es ihnen, daß sie sich nicht strenge an ihrer Ordens-regel hielten.3)Auch soll es der mächtige Haß der Bettel-mönche gewesen sein, der es dahin brachte, daß der Bischofvon Utrecht dem Groot das Predigen verbot.4) Groot hattevon seinen Gegnern einen doppelten Widerspruch zu erdul-den: einen wegen der unter seinen Anhängern eingeführtenLebensweise oder der Gründung der frommen Brüderschaft,und einen wegen seiner Predigten. Beides muß auseinan-der gehalten werden, um die Sache nicht noch mehr zu ver-wirren. Es ist wahr, die neue Brüderschaft, die zu einemneuen Orden sich schien gestalten zu wollen, mißfiel anfäng-lich den Klostergeistlichen. Sie war aber auch andern Leutenein Dorn im Auge und was die Klostergeistlichen davon unddagegen behaupteten, war in der That so unvernünftig nicht,als es ihren Gegnern scheinen will. Von jeher hat es inder Kirche Gottes Gläubige gegeben, die nach einer höherenVollkommenheit ſtrebend, freiwillige Armuth, blinden Gehor-sam gegen ihre Oberen und jungfräuliche Keuschheit beobach-teten. Es konnte nicht fehlen, daß die Geistesgenossen sichzusammenfanden, bleibende Vereine gründeten. Für solcheFamilien waren Vorschriften nöthig. Diese aber waren inden von der Kirche gutgeheißenen Ordensregeln vorhandenund immer war es sicherer das Vorhandene und durch dieErfahrung von Jahrhunderten Bewährte anzunehmen, alsmit neuen Einrichtungen einen gefährlichen Versuch zu machen.1) vit. ger XII. 4.2) ibid. 5.3) chr. wisd. II. 49, vit. ger. VIII. 3.1) Drlprat S. 11.