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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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50Unterrichts der Jugend. Was hieran Wahres ist, es mögenun als Lobspruch oder als Vorwurf gelten, werde nachdem Gesagten und dem zu Sagenden beurtheilt. Keinerwird es bezweifeln, daß Groot die von ihm gewählte Le-bensweise für sein eigenes Heil nothwendig hielt, auch wohldaß er mit solchen Forderungen, wie er sie an seine Zuhö-rer stellte, meinte herankommen zu müssen, wenn seine Be-mühungen keine vergebliche sein sollten, daß endlich seinWirken von außerordentlichen Folgen war. Wer aber hierineine sogenannte freisinnige Richtung und nicht vielmehr ihrGegentheil erblicken will, sieht durch eine von Vorurtheilengefärbte Brille. Ein gewichtiger Moment bei der Beurthei-lung der von Groot eingehaltenen Richtung ist sein Verhält-niß zu den Klostergeistlichen. Ohnehin spielet dies Themain seiner Lebensgeschichte eine bedeutende Rolle.Was Delprat, der Verfasser des interessanten Werksüber die Bruderschaft des gemeinsamen Lebens schreibt:Groot fand ein großes Mißfallen an der ungeheuren An-zahl der Bettelmönche, welche damals die Niederlande über-strömten. Ihre Sitten, ihre Trägheit, ihre abergläubischeDenkart weckten seinen Unwillen. Er suchte ihren Einflußzu vermindern u. s. w.?) und diesem elenden Pöbel (derBettelmönche) erklärten die Fraterherren und Groot an ihrerSpitze einen unerbittlichen Krieg,²) und ähnliches nöthigetuns, uns noch etwas hierbei aufzuhalten. Es ist hier derOrt nicht die Bettelmönche gegen manche in dem Obigenausgesprochene ungerechte oder doch übertriebene Beschuldi-gung zu vertheidigen; es soll nur eben etwas näher aufGroot's Verhältniß zu den klösterlichen Instituten und be-sonders zu den Mendicanten eingegangen werden. Daß erüberhaupt gegen Klöster eingenommen gewesen sei, davon istweder in seinem Wirken, noch in den Schriften, die wir vonihm und über ihn haben, die geringste Spur. Im Gegen-theil, nach seiner Denkweise mußte er ihnen sehr geneigt sein.Eine von der Kirche gutgeheißene Lebensart zu mißbilligen,davor behütete ihn sein kirchlicher Sinn. In einem Klostererhielt er zu seinem Beruf den ersten Anstoß. In einem9 S. 10.S. 125.