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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
Entstehung
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48Keiner sich befreunden. Soll aber Groot, auf den die An-sichten der Schule der frommen Brüder, als auf ihre Quellezurückzuführen sind, nur einem gewissen Stande das Anrechtauf den Himmel haben zusprechen wollen? Soll er wirklichgeglaubt und gepredigt haben, daß die Befolgung dessen,was im h. Evangelium Einzelnen zur Erreichung gewisserhöheren Zwecke angerathen, Allen zur Erlangung der ewigenSeligkeit unerläßlich sei? Soll er in seinen öffentlichenVorträgen dahin haben wirken wollen, daß jede Gemeine sichin eine große oder mehrere kleine klösterliche Anstalten um-wandeln müsse? Soll er der offen erklärten Meinung gewe-sen sein, daß zur Herstellung besserer Zustände, ein Jederauf Privateigenthum und eigenen Willen Verzicht zu leistenund ein eheloses Leben zu führen habe? Unmöglich! Unswill vielmehr Dieses bedünken. Entweder haben Groot seineSchüler nicht verstanden, oder was als Grundurſache hier-mit in Verbindung steht, war er mit sich selbst nicht imKlaren. Er war ein unternehmender Alles umfassen wollenderGeist und starb schon in der Blüthe seiner Jahre. Daherwaren seine Ideen noch nicht zur Reife gekommen. Siezielten hin auf die Verwirklichung der christlichen Gemeinde.Wär er mit ſich darüber zum Abſchluß gekommen und hättedie Vorsehung sein Leben gefristet, dann würde man ausdem von ihm ausgestreuten Saamen und unter der Pflegeseiner Hände eine Schöpfung der ähnlich haben entstehensehn, welche später Zinzendorf, wiewohl nicht auf katholischemBoden, oder die Jesuiten in Paraguay ins Leben riefen.Ob es ihm, wo er vorhandene verkommene Zustände vorfandso leicht gewesen und es ihm so gut gelungen wäre, wie denklugen und frommen Vätern bei ihren Reductionen unterwilden Urvölkern, ist freilich eine andere Frage. Vom ehe-losen Leben aller Gemeindeglieder konnte dann keine Redesein, wohl aber von einer gewissen Gütergemeinschaft undauch der Unterordnung jeden Einzelwillens unter einem festentheocratischen Regiment. Dahin drängte er, wenn auch nichtmit klarem Bewußtsein. In der Voraussetzung, daß dasChristenthum ein Sauerteig sei, der nicht nur einzelne Herzensondern ganze Massen durchdringen, und daß nicht nur dasLeben der Individuen sondern auch das ganzer Corporatio-nen nach christlichen Principien sich richten müsse, konnte er