41Gedanken gekommen sein, einen andern Weg einzuschlagen.Der diesen Entschluß bei ihm zur Reife brachte, war einerseiner Jugendfreunde Henrich Eger, nach seinem Geburtsortvon Calcar genannt,!) damals Prior des Karthäuser=KlostersMönchhausen bei Arnheim.Worauf dieser gotterleuchtete Mann hinzielte, war die-ses. Die Geistlichen die damals das Predigt=Amt verwal-teten, ermangelten ihre Lehre durch das Beispiel ihres Wan-dels zu unterstützen. Die kirchlichen Vorschriften über dieim Rufe der Heiligkeit ge-1) Dieser merkwürdige Mann, welcherNachdem er in Paris ſeinestorben ist, wurde geboren im Jahre 1328.Studien vollendet hatte, erhielt er ein Canonicat in der St. GeorgskircheSieben und dreißig Jahrein Köln und ein anderes zu Kaiserswerth.alt legte er beide Stellen nieder und begab sich in das, um jene Zeit,Nachdem er in demselbenneu gegründete Karthäuser=Klöster in Köln.zwei Jahre verweilt hatte, wurde er nach der Karthause Mönchhausenbei Arnheim abberufen, wo ihn Gerard Groot wiederfand. Hier gewannihn auch der Herzog von Geldern lieb, was Veranlassung war, daß erder neuen Schöpfung seines Ordens in Roermond auf fünf Jahre zumVorstand gegeben wurde. Von da wurde er als Klosteroberer nach Kölnzurückberufen. Nachdem er mittlerweile der Karthause zu Strasburgzwölf Jahre vorgestanden hatte, kehrte er nach Köln zurück, wo er gegendas Ende des Jahres 1408 verschied. Er war Visitator der Ordenspro-vinzen: Gallien, Picardie, Allemannien, Böhmen und Mähren gewesen.Seine Werke werden in Fabricius biblioth. medi. aevi III. S. 665Foppens biblioth. belg. I. S. 451 und Paquot mémoires litter. IV.S. 88 namhaft gemacht. Das Verzeichniß seiner im Karthäuser=Klosterzu Köln aufbewahrten Handschriften sehe man in Harzheim bibl. Col.S. 118. Zu wissen: ob und wo sie noch vorhanden sind, wäre um sowichtiger, als es nicht an Stimmen gefehlt hat, die Henrich von Kalkarfür den Verfasser der Bücher von der Nachfolge Christi ausgegeben haben.Casteel in seinen Controversiae hist. eccl. cont. XLV de autore libr.de imit. chr. S. 541 nimmt diese Meinung mit inniger Vorliebe inSchutz. Wenn die Handſchriften Henrichs von Kalkar noch irgend exiſti-ren, müßte untersucht werden, was sie bieten, um jene Behauptung zubegründen oder zu widerlegen. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß Thomasa Kempis Werke des gelehrten und frommen Karthäusers, die ihm durchFlorentius den Freund und Nachfolger Gerards Groot zugekommen undempfohlen sein können, benutzt habe. — Ueber die Ansprüche die Heinrichvon Kalkar auf die Autorschaft der Bücher von der Nachfolge Christihat, sich Malou récherches u. s. w. S. 103 und das daselbst ange-führte Werk: Historische Nachricht von dem wahren Verfasser der 3 Büchervon der Nachfolge Christi Henrich Kalkar, im Hannov. Magazin von1760 S. 1607.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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