36Bayern und Wilhelm Herzog von Geldern und Jülich mitbedeutender Macht nach Utrecht kamen, beide in der Absichteinen Befreundeten auf den erledigten Stuhl erhoben zu sehn.Der von Albert empfohlene war Roger von Bronkhorst,Domkeppeler zu Köln. Wilhelm wollte den Friedrich vonBlankenheim Bischof von Strasburg durchsetzen. Unter derwahlberechtigten Geistlichkeit entstand daher Zwiespalt. BeideCandidaten wurden von zwei verschiedenen Partheien ge-wählt. Endlich erhielt Friedrich von Blankenheim vom PapsteBonifacius IX. seine Bestätigung.!) Nachdem er nun denfürstbischöflichen Stuhl bestiegen hatte, führte er dreißig Jahrelang ein eben so glückliches als strenges Regiment. Er be-siegte die Friesen, unterwarf sich die Landschaft Drenthe-und unterdrückte einen gefährlich zu werden drohenden Auf-stand in seiner Hauptstadt.3) Von dem Fürstbischof Friedrichvon Blankenheim wissen die Kloster=Chroniken von Windes-heim*) und von dem Agnetenbergs) nicht genug zu rühmen;nennen ihn einen Vater des Vaterlands, einen Hort derKirche und aller Gutgesinnten, seine Zeit eine goldene. Un-ter seinem Hirtenstabe hatten seine Unterthanen Friede undRuhe, es kamen viele Klöster und kirchliche Anstalten aufund es blüheten die Schulen zu Deventer und Zwoll in niegesehenem Flor. Was er auf dem Todesbette vorausgesagthatte, daß man nach seinem Hinscheiden ihn schmerzlich ver-missen würde, traf gar zu sehr ein. Er starb im Jahre1423 am 9. October auf seiner Burg Horst.Wenn man den sittlichen Zustand eines Volkes nach derHeilighaltung der Ehen beurtheilen will, muß es mit dem-selben am Ende des vierzehnten und im Anfang des fünf-zehnten Jahrhunderts in jener Gegend traurig ausgeſehenhaben.⁶) Der Wucher hatte bei dem krämerischen Geiste der1) Append. ad Chr. Jois de Beka. S. 131 ff. App. ad Suffr.Petri S. 152.*) an. 1394 hist. wilh. Heda. S. 265.3) Ebend. S. 269.4) S. 140 und 165.5) S. 48 und 157.6) Nach einer Synodal=Verfügung des Bischofs Joh. v. Arkel v. J.1350 Harzh. C. Germ. IV. S. 361 §. curatis konnten die Pfarrer ihre Beicht-kinder vom Ehbruch lossprechen; also mußte dies Vergehen nichts seltenes sein.
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Nachrichten über Thomas a Kempis : nebst einem Anhange von meistens noch ungedruckten Urkunden
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