Druckschrift 
Briefe über freie Religion
Entstehung
Seite
38
Einzelbild herunterladen
 

38seinem allmächtigen Willen leitet. Die Naturgesetze sind nur dieWeisen, die unveränderten, aber wohl veränderlichen Weisen, inwelchen sich die göttliche Macht bekundet; sie sind nur der Aus-druck ihres Willens. Gottes Geist selbst verhält sich äußerlichzu diesen Gesetzen; diese Gesetze können Intelligenz verrathen.Aber der Geist steckt nicht in ihnen; sie sind Ausflüssedieses großen Geistes. Wir können weder in der Sonne noch imRosenblatt einen selbstständigen Geist entdecken, wie ihn die Hei-den in den Dingen wähnten, welche sie vergötterten; kurzwir müssen ein Wesen außerhalb der Natur annehmen, dasseine Existenz und urhebende Kraft in der Natur und durch sieankündigt. Dieser unbegreifliche Gott hat aber auch zugelassen,daß wir uns als einen schwachen, ferngeworfenen Schatten vonihm erkennen; und durch die schönsten Regungen unseres In-nern läßt er uns glauben, daß wir sind wie Kinder in seinenPflege, wie Gefäße in seiner Hand. Eine solche (gewiß nicht ver-nunftlose) Naturbetrachtung läßt uns die wissenschaftlichen For-schungen: ein Suchen nach genauerer Bekanntschaft mit dem Un-endlichen erscheinen; Geologie studiren, die Bildungen derUrzeit untersuchen will dann nichts anderes heißen, als:wie ein Kind zu den Knieen der Mutter niedersitzen und nachDingen fragen, die sich ereigneten, ehe wir geboren waren.Waren wir nicht an der Harmonie und Zweckmäßigkeit,welche uns das Weltall darbietet, und die durch die Freiheit ein-zelner Geschöpfe nicht gestört, am wenigsten zerstört wird? Wollteich es versuchen, Ihnen die weise Anordnung, das wunderbareIneinandergreifen der Naturerscheinungen zu beweisen, so würdeich dem gleichen, der im Sonnenscheine stehend für die Existenzdes Lichtes plaidirte. Die Harmonie der Welt, deren Betrach-tung uns überwältigt, hat auch uns nicht vergessen, und wo sieuns als sinnige liebevolle Fürsehung entgegentritt, da muß sieunser Herz mit demüthiger Bescheidenheit und Ehrfurcht, unserAuge aber mit den Thränen der Dankbarkeit füllen. Ganz ähnlich äußert sich Karl Vogt:Wenn man mit dem Mikroscop indie Geheimnisse der Struktur unserer Körpertheile eindringt,wenn man die tausend und abertausend Fäden untersucht, ausdenen ein einziger Muskel, eine dünne Sehne gewebt ist: wenndie Millionen Kügelchen und Oberhäute vor das erstaunte Augetreten, und in allen diesen kleinsten Theilen, deren Einzelheit oft

.##x Thumchen Anebewafftem imNdie BewE 11Kienrelichersind,Wirken1de unsich offeallesregt 4### 2in

#1Frde