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auf dem Felde der Ehre. Der Mensch kann einsehn, daßTodtschlag und Grausamkeit verwerflich seien, er fühlt es; dasThier kann solches niemals begreifen, — der Affe hat eine der-artige Empfindung nicht, denn er hat kein höheres Gefühl alsdas sinnliche, er hat kein Gefühl für Recht, — keine Religion!— Wie ist das?Die seelischen Fähigkeiten des Thieres wirken ungeordnetneben einander, ohne von einander zu wissen; die analogen, aberhöheren Anlagen des Menschen stehn miteinander im Wechsel-verkehr, greifen ineinander und erzeugen ein Selbstbewußtsein, dasnicht mehr den blosen Anregungen von Außen gehorcht, sondernals souveraines Wesen sich als ein „Ich“ erkennt, sich selbst freibestimmt, den äußern Anreizungen, den sinnlichen Eindrücken nichtnachzugeben braucht, ihnen vielmehr trotzt, und sich so als vonder Thierseele wesentlich verschieden ankündigt. Ist schondas Lebensprinzip ganz etwas Anderes als die Materie, so istder Geist solches erst recht. Er besitzt ein besonderes Dasein, daserfahrungsmäßig mit der Bildung des Leibes und seiner Organeseinen Anfang nimmt; aber er ist nicht das Organ selbst, sondernvielmehr, wie Herder meint: „das schönste Geschenk, das uns die„Gottheit aus ihrem reichen Schooße verleihn konnte.“ Es liegtin unserer Natur, vom Geiste, wie von der bessern Hälfte unse-res Wesens zu reden. Ihm erkennen wir den Oberbefehl, dieEntscheidung zu; und wenn der seelische Leib noch so heftig be-gehrt, so vermag doch der Wille seinen Forderungen zu widerstehn. Nach freier Wahl können wir fasten und verzichten, be-sonders wenn dies die Vernunft aus edleren Rücksichten gebietet.Kein Thier fastet; es verschmäht die Speise nur, wenn es gesät-tigt oder krank ist. So lange der Leib zum Genusse disponirtbleibt, vermag die begehrende Thierseele kein Veto einzulegen;des Thieres Instinkt kann nicht anders handeln, als dies that-sächlich geschieht, — er besitzt nicht die Fähigkeit zu wählen, sichnach Vernunftgründen zu entscheiden und sich trotz aller bessernErkenntniß energisch für das Gegentheil zu verwenden. Das Thierbesitzt keinen Willen, sondern folgt nur der Nöthigung, demZwange.Oftmals hat man es versucht, mit raffinirter Sophistik dievon der Natur errichtete, heilige Scheidewand zwischen Menschund Thier niederzureißen. Einige haben aus den unserer Frei-