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21beiden Elemente für sich existiren, wenn auch für uns unwahr-nehmbar. Wir dürfen die Frage, ob Stoff und Kraft auch un-abhängig von einander noch ein Dasein haben, nicht von Er-fahrung oder Beobachtung abhängig machen; denn die sinnlicheWahrnehmung kann uns nur die Combination von Stoff undKraft zeigen, weil ein kraftloser Stoff außer aller Berührungmit unsern Organen bleiben, und eine nicht vom Stoff ausge-hende Kraft ebenfalls nicht auf Stoffe wirken würde. „Kraft“nennen wir ja eigentlich den unbekannten Communikator, den Tele-graphen, der räumlich getrennte Dinge verbindet, und Stoff istuns eben das durch die Wirksamkeit jener geheimnißvollen Thä-tigkeiten uns Vermittelte. Mit andern Worten: bloßer Stoffwürde nicht die Fähigkeit besitzen, sich zu äußern, — isolirte Kraftwürde aller räumlichen Angriffspunkte entbehren, um Verbindun-gen herzustellen, auf denen allein sinnliche Wahrnehmung beruht.Wir verlangen also einen Widerspruch, wenn wir wollen, daß sichuns Kraft oder Stoff erst pur zeigen sollen, damit wir an ihregesonderten Existenzen glauben könnten. Selbstverständlich solldamit nicht behauptet werden, es existirten in Wirklichkeit kraft-lose Stoffe und stofflose Kräfte; alle Untersuchungen darüber werden wohl ganz ergebnißlos bleiben.Hier ist ein anderer Einfall, der vielleicht unserer Betrach-tung dienen könnte. Lange hat man das Licht für eine feineMaterie gehalten, die vom leuchtenden Körper ausgesandt (emit-tirt) und vom Beleuchteten durch ihr Anprallen theilweise zurück-geworfen (rejizirt) wird. Ich sage theilweise, weil das reji-zirte (reflektirte) Licht nicht mehr so kräftig ist, als das direktempfangene. Wäre das Licht nach dieser Annahme wirklich einestoffliche Substanz, so müßten wir an ihr dennoch mancherlei ver-missen, was als allgemeine Eigenthümlichkeit des Stoffes gilt.So bemerken wir z. B. keinerlei Einfluß der Schwerkraft auf dieLichtmaterie, und ihre vermeintliche Fortbewegung findet nach ganzandern Proportionen statt, als die sind, welche sich bei fallendenKörpern zeigen. Das Glas schließt die Luft vollkommen ab, wo-für die Barometer, Thermometer und die bekannten birnförmigenGlastropfen, die ein Vacuum enthalten, Belege sind. Aber dieLichtmaterie durchbricht mit einer beispiellosen Schnelligkeit diePoren des Glases. Wie unvorstellbar fein müßte demnach derLichtstoff sein! Seine lockere Beschaffenheit und Unwägbarkeit er