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19in fortwährender Bewegung begriffen sind, und der Zustandabsoluter Ruhe in der Körperwelt gar nicht existire.Unsere Erde z. B. durchjagt den Aether mit einer Geschwindig-keit von vier Meilen in der Sekunde; das Wassermeer wie dasLuftmeer haben ihre Fluthen, Stürme und Strömungen. Alleinnicht nur physische Kräfte treiben ihr Spiel mit den Körper-massen, an jedem einzelnen Atome sind auch chemische Aktionenzu constatiren, die ununterbrochen Verbindungen und Zersetzungenverursachen, wodurch Wärme erzeugt, und wieder andere Bewe-gungen hervorgerufen werden. In der Tiefe der Erde, im Cen-trum unseres Planeten wüthen die furchtbarsten Prozesse, befin-den sich die Gesteine in glühendem Flusse; auf der Erdoberflächeunterliegen die sogenannten todten Mineralien, die unsern Pla-neten umkrusten, einer fortwährenden Verwitterung. Sonnen-strahlen und Feuchtigkeit entwickeln stets aus Bergen und Koh-lenflözen solche Zersetzungsprodukte, die vermöge ihrer verschiede-nen Aggregatzustände und Dichtigkeiten sich von einander trennenund andere Orte zum Aufenthalt nehmen. Demnach sind wir,so sollte es scheinen, nicht befugt, der Materie die Ruhe als we-sentliche Eigenschaft, als primären Zustand zu vindiziren; wirmüssen vielmehr gestehn, daß „Ruhe“ nur eine aus ungenauerBeobachtung entstandene Illusion ist, und noch nie ein Molekülnachgewiesen wurde, das auch nur für einen Moment in absolu-ter Unbewegtheit sich befunden. Diejenigen, welche nun die Na-tur und das Wesen der Dinge als „die Summe ihrer Eigenschaf-ten“ definiren, werden die Bewegung als wesentliches und un-abziehbares Eigenthum der Körperwelt und jedem ihrer Atomebeilegen. Von dieser Betrachtung ausgehend, wäre dem Jesuiten-beweise sein Boden entzogen; doch verdient die Sache im nächstenBriefe eingehender untersucht zu werden.Bietet uns auch die Außenwelt kein einziges Beispiel abso-luter Ruhe dar, so haben wir doch das Wort „Ruhe“, und derphilosophische Gedanke verknüpft damit den Begriff des vollstän-digsten Gegensatzes zur Bewegung. Wenn die Materie ohne Be-wegung nie gewesen wäre, noch sein könnte, wie kämen wir dannauf die Idee von absoluter Ruhe? — wir, die wir nur vorüber-ziehende Erscheinungen und unsere eigene Vergänglichkeit gewah-ren. Was ist das äußere Menschenleben mehr als ein Raupen-loos? Der Raupe gleich wachsen wir heran, genießen einige