Himmelreiche auszubauen suchen, wenn wir uns vornehmer alsgemeiner Staub, für Bürger eines idealen Reiches halten? Wirdes endlich wirkungslos und segensleer für mich sein, wenn mirdie geistige Heimath täglich Briefe sendet in meine Verbannung,welche stets mit den Worten schließen: „Es ist ein Gott, ein Va-„ter Aller, der auch dich trägt und erhält, all dein Thun sieht„und richtet, den du fürchten und lieben sollst.“Das ist der Zug der Furcht und Liebe, welcher, wie dasWehen der Luft all die vielfältigen Blätter des Waldes, so alleKinder eines Volkes, ja die Schaar aller Völker bewegt und siehintreibt zu dem Herrn über Alles. Heilvoll ist das Band derFamilie, des gemeinsamen Vaterlandes, einer gemeinsamen Sprache;heilig und fruchtbar muß daher auch das Band einer gemein-samen Religion sein, die alle Nationen umschlingt.„Was ist das Heiligste? Was heute und immer die Geister,„Tiefer und tiefer gefühlt, immer nur einiger macht.“Sie, die Religion des reinen, vollendeten Menschenthums,nicht dasjenige, was gewinnsüchtige Druiden uns vorspiegeln, bil-det die allen Herzen verständliche Sprache, in welcher der Frie-densvertrag abgefaßt werden wird, den einst sämmtliche Stämmedes Erdkreises ohne Ausnahme unterzeichnen sollen. Die freienGemeinden sind Bildungsschulen für diesen Zweck.Schade, daß die Verirrungen und der absichtliche Mißbrauch,den man mit dem Heiligen getrieben, dem Volke „Religion“ undalles, was an diesen Namen riecht, so gründlich verleidet haben.Viele denken ja, wenn man von „Gott“ zu ihnen redet, nur an dieSchwärmerei und den Fanatismus der alten und neuen Con-fessionsgeschichten; sie sehen anstatt eines Genius das leibhafteGespenst jedes Gräuels vor ihrer Phantasie, und es geht ihnenmit allem Religiösen wie dem Teufel mit dem christlichen Erlö-sungssymbole:Ich weiß sehr wohl, daß es ein Vorurtheil;Doch ist das Kreuz mir nun einmal zuwider. (Mephisto.)Die herrschenden Zustände müssen sich ändern. Das lebendeGeschlecht muß aufgeweckt werden aus dem Schlummer der Ge-fühllosigkeit und Gleichgültigkeit gegen seine höchsten Interessen.Bereiten wir mit vereinten Kräften die Zeit vor, wo der soge-nannte Gebildete nicht mehr vor dem Namen Gottes zurückbebt,indem er in diesem Namen den Schwerpunkt alles geistigen Blöd-
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