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ken führt. Das Göttliche ist ein Verborgenes; aber die Menschensuchen darnach, welches Suchen ihr eigenster Lebensinhalt ist.Vierzig Jahre mußte Israel durch die Wüste pilgern nach demLande der Verheißung, wohin es die Seufzer seiner Söhne undTöchter entsandte. Vierzig Jahre der Erwartung und des Stre-bens, sind sie ein zu großes Opfer, wenn wir den höchsten Ge-winn unseres Daseins, den Gottesglauben dafür erstehn? Einstwird sich uns doch der Erhabene zeigen, um dessen Besitz wir mitdem neidischen Zweifel rangen, und wäre es auch am spätenAbend unseres Wirkens. Wenn dann die Sonne unseres Lebenssinkt, dann wird es uns gestattet sein, ehe sie scheidend ihre letz-ten Strahlen entsendet, einen Blick befriedigter Sehnsucht auf denPreis unseres Kämpfens und Forschens zu thun, um dann ruhigzu entschlummern, zu entschlummern mit der Zuversicht, daß demletzten Schlafe ein ewiges Erwachen, der irdischen Abendröthe einhimmlischer Morgen folgen werde.Und so ist mir das Gottesbewußtsein auch der Fortdauermeines bessern Ich's Gewähr und Gewißheit, natürlich ferne vonjeder einem mohamedanischen Paradiese ähnelnden Vorstellung.Ohne jene Fortdauer wäre kein Gott der Vernunft und des Rech-tes, ich selbst aber würde der Betrogenste der Betrogenen sein.Die Fortentwickelung jener denkenden und wollenden Kraft, derennebensächlichstes Geschäft die Belebung meines Körpers ist,deren Beruf es aber ist, sich der großen und edlen Sache derMenschenbeglückung zu widmen, und die sich so am Wirken Got-tes betheiligt, ihre Unsterblichkeit erwarte ich, nicht als Bedingungeiner Ausgleichung, der Realisirung des Rechts, nicht aus Lohn-sucht oder Thorheit, sondern als Nothwendigkeit, die in derinnersten Natur meines Wesens wurzelt, als den einzigenZweck meines Daseins und des der Welt. Ich erwartedie Unsterblichkeit aber nicht nur, nein, ich fordere sie; undwenn sie mir nicht verheißen wäre, ich würde mit dem Allgeisterechten, ich würde sie ihm abzwingen, oder wie Oedipus den Tagmeiner Geburt verfluchen. Der Durst nach Sein ist jedem Ichbeigegeben; alle Menschen empfinden ihn und schaudern zurück vorder Vernichtung. Sollte, wo jedes Bedürfniß den Gegenstandseiner Befriedigung außer sich findet, ganz allein der bewußteDrang des in Entwickelung begriffenen und nach Entwickelungsich sehnenden Geistes ungestillt bleiben? Das wäre nicht Weis-