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Die Karten von 1813 und 1818
Entstehung
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dadurch erschwert, dass Strassenverlegungen oder Neuanlagen seitder preussischen Besitzergreifung stattgefunden haben; an vielenStellen ist daher das Neue vom Alten nicht zu unterscheiden, na-mentlich, da unsere modernen Karten der Rheinprovinz selten Ver-mei'ke über alte Wege enthalten. Die Klarstellung dieser Fragenist zeitraubend. Daher ist vorläufig auf Vollständigkeit verzichtetund nur dasjenige eingezeichnet, was für den vorliegenden Zweckhinreichend zuverlässig erschien.

Strassenbau, namentlich durchgehende Verbindungsstrassen,waren ein wunder Fleck der alten Zeit. Er trug überhaupt da-mals in Deutschland das Gepräge der Unvollkommenheit an sich,während Frankreich seit Ludwig XIV. darin weit fortgeschrittenwar 1 ). Wie die alten Landstrassen streckenweise beschaffen waren,kann man noch hier und da in ländlichen Gegenden beobachten,wo sie abseits von den neueren und verbesserten Verkehrslinien inihrem alten Zustande, verödet und kaum noch vom Lokalverkehrbenutzt, da liegen. Ein hervorragendes Beispiel für den Zustandeiner Landstrasse — und noch dazu nach der französischen Epoche —bietet eine Stelle in dem Grenzregulierungsvertrage zwischen Preussenund den Niederlanden vom 26. Juni 1816. Nach Artikel 6 solltedie grosse Strasse Luxemburg-Stavelot-Spaa an der Südecke desKreises St. Vith die Landesgrenze bilden. Mit dieser einfachenBestimmung kam man aber nicht aus, denn die Strasse bestand aneinigen Stellen aus verschiedenen Strassenz Ligen, welche von denFuhrleuten je nach der Jahreszeit befahren wurden; zeitweise zogendie Fuhrleute es sogar vor, durch das Feld zu fahren, wenn dieeigentliche Strasse unbrauchbar war 2 ). Daher war man genötigt,in dem betreffenden Artikel genau zu bestimmen, welcher Weg,d. h. welche Wagenspur bei Errichtung der Grenzpfähle als dieverabredete Grenzlinie anzusehen sei. Durchweg gleichmässig undgut chaussierte Wege, wie es deren heute fast aller Orten giebt,waren damals selten, und nur wo grössere, zusammenhängendeTerritorien sich gebildet hatten, oder Handel und Verkehr blühten,stand es besser. Die Zahl der direkten'Verbindungen war geringerwie heute 5 wenn z. B. schweres Fuhrwerk von Trier nach Aachengeführt werden sollte, so musste es den Umweg über Koblenz und

*) Krünitz, Oekonom.-technologische Encyclopädie Bd. LXII. LXIII.2 ) vgl. Moser, Patriotische Phantasien II. S. 421 f.