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[1] (1860)
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II. C. VON DER GaBELENTZ,

IX.

DIE DUAURU-SPRACHE AUF BALADEA.

I. Einleitung*.

§ 400. Auch auf Baladea oder Neu-Caledonia hat sich seit demJ. 1841 die Thäligkeit der englischen Missionsanstalt erstreckt, alleinVerfolgungen, welchen die dahin gesandten Lehrer sarnmt den von ihnenbekehrten Eingeborenen ausgesetzt waren, veranlassten schon wenigeJahre darnach das Aufgeben dieser Station, und die spätere Occupationder Insel durch die Franzosen wird wohl jeder weiteren protestantischenMissionsthätigkeil vor der Hand ein Ziel setzen. Eine Frucht jener erstenVersuche ist jedenfalls ein im J. 1847 auf Rarotonga gedrucktes Heft-chen, mit dem Titel Range vi o Jehova, vi me ki te mo naevure Duauru,welches auf 24 S. in kl. 8° theils einzelne Verse, theils zusammenhän-gende Stücke aus der Bibel enthält, und mir den Stoff zu nachstehendenBemerkungen über die Sprache darbietet. Dass auf Baladea, einer dergrössten Inseln Melanesiens, mehr als Eine Sprache herrscht, würde mananzunehmen berechtigt sein, auch wenn uns nicht schon verschiedeneWörterverzeichnisse vorlägen, welche, so dürftig sie sind, dies doch be-stätigen. Die Sprache des vorliegenden Hefts stimmt aber mit keinemder mir bekannten Wörterverzeichnisse überein und ist bisher nochgänzlich unbekannt gewesen. Sie gehört der südlichsten Spitze der Inselan, welche auf unseren Karten mit »Königin Charlotte Kap« bezeichnet,deren heimischer Name aber Duauru ist. Es ist angemessen, letzterenzur Bezeichnung der Sprache beizubehalten.

§ 401. Die Duauru-Sprache ist jedenfalls eine der rohesten desganzen Stammes. Zwar ist die uns vorliegende Uebersetzung von Bruch-stücken der Bibel offenbar sehr mangelhaft, oft mehr Paraphrase alswirkliche Uebersetzung und wahrscheinlich das Werk eines der Sprachenoch nicht völlig mächtigen Lehrers aus Rarotonga, und manche Unvoll-kommenheiten, wie Ungenauigkeit der Uebersetzung, Inconsequenz inder Orthographie, im Trennen oder Verbinden der Wörter u.s. w. kom-men allein auf seine Rechnung; allein auch dies in Anschlag gebrachterscheint doch die Sprache selbst als eine sehr unvollkommene, sei esnun, dass sie weniger entwickelt, oder mehr abgeschliffen ist, als ihre