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[1] (1860)
Entstehung
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Die melanesischen Sprachen.

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§ 126. Das Annatom zeigt in seinem Lautsystem eine auffallendeVerschiedenheit von den malaiisch-polynesischen Sprachen. Denn wäh-rend diese sich durch Reichthum an Vocalen bei grosser Armuth an Con-sonanten auszeichnen und weder ein Zusammentreffen mehrerer Conso-nanten, noch den consonantischen Auslaut einer Sylbe oder eines Wortesdulden, findet man von solchem Gebrauch der Consonanten hier zahl-reiche Beispiele, wie aktaktai, etpo, eropse, esvi, inwai, inpas, inridjai,imtak , uclyi, immjis, intas, adiat, imiacilak, adumoij, jam, halav, eucjeuc-jaig, injop, ahdl u. s. w. Das Annatom übertrifft in dieser Hinsicht auchdas Fidschi, das zwar nicht so consonantenarm w'ie die eigentlichenmalaiisch-polynesischen Sprachen, doch wie diese weder Consonanten-verbindungen noch consonantischen Auslaut gestattet, es gleicht aberdarin den Sprachen anderer Melanesier, namentlich denen von Semang,Gebe, Waigyu, Neu-Irland, Neu-Caledonien u. a.

§ 127. Dagegen besteht eine Eigenlhümlichkeit des Annatom darin,dass es häutig einen vocalischen Anlaut hat, wodurch es sich nament-lich vom Fidschi unterscheidet, wovon die später folgende Zusammen-stellung verwandter Wörter aus beiden Sprachen mehrere Beispiele lie-fern wird, wie

Annatom: epeg

Fidschi: bogi die Nacht

» elmai

» tama der Vater

» ateuc

» tico sitzen

» ero

» rua zwei

» opouc

» bukete schwanger

u.

s. w.

Zwei Gonsonanten im Anlaut sind zwar der Sprache fremd, dochkönnen sie nicht unaussprechbar sein, da sie in Fremdwörtern, wieKristo, flaur, twelv, Vorkommen.

§ 128. Es giebt viele Wörter, welche bald vocalisch auf ai ( oi) baldmit einem nasalen g auslauten, wie abrai, abraig schicken, ahodai, aho-daig fragen, aticijai, aticijaig übergeben, aijnai, aijnaig erwarten, aihidai,aihidaig umwenden, asjirai, asjiraig ergreifen, ahoai, ahoaig säen, ahlai,ahlaig rufen, imtitai, imlitaig fürchten, idivai, idivaig gleichen, hegai, hegaigessen, impadiai, impadiaig Reichthum, ehvai, ehvaig zeigen, darbielen,incedpoi, incedpoig Schuh. Der Gebrauch der einen oder anderen Formscheint willkührlich zu sein, wenigstens lässt sich weder eine Verschie-denheit der Bedeutung, noch ein euphonisches Gesetz dafür erkennen;