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empfohlen werden als die Lectüre der hier genannten Werke; sie wirdihnen von der Würde der Poesie einen hohen Begriff beibringen und sievor frivoler Spielerei mit ihrem Talente bewahren.
XII.
Wir haben der Zeit glücklicher Muße, welcher sich Eichendorff inseinen letzten Lebensjahren in Berlin hingeben konnte, auch noch dreiepische Gedichte zu verdanken, welche bis jetzt nicht die verdiente Auf-merksamkeit gefunden haben. 1853 erschien das Epos „Julian", dessenHeld der gleichnamige Apostat ist. Wir begegnen ihm zuerst, als ervon einem siegreichen Feldzug gegen die Germanen zurllckkehrt und vonseinem kaiserlichen Oberherrn Constantius den Befehl erhält, den bestenTheil seines Heeres zurückzusenden nach dem Orient. Aber die ihremFeldherrn blind ergebenen Truppen rufen ihn selbst zum Kaiser aus,und vereint mit ihnen zieht er gegen Constantius. Es kommt nicht zueinem Kampfe, denn Constantius stirbt. Julian ist nun Alleinherrscher,und sofort beginnt er den Kampf gegen das Christenthum für seine ge-liebten heidnischen Götter, obgleich der greise Severus ihn beschwört, demGötzendienst zu entsagen. Julian befindet sich völlig im Banne der heid-nischen Dämonen, welche der Dichter in der berückenden Gestalt Fausta'sverkörpert hat. So geht er dem Verderben entgegen, welches ihm.vom Perserkönig droht. Er kämpft und füllt.
In „Robert und Guiscard" (1855) dagegen führt uns der Dichterin die Zeit der ersten französischen Revolution zurück. Er gibt allerdingsnur Andeutungen über die Zeit der Handlung; diese sind aber so bezeich-nend, daß ein Zweifel nicht übrig bleibt. Robert und Guiscard sindBrüder. Der erstere hat den revolutionairen Geist der Zeit begierig insich eingenommen und vertheidigt eifrig die neuen umwälzenden Ideen,während Guiscard den Ueberlieferungen seiner Ahnen treu bleibt. Robert,der aus seinen Neigungen kein Hehl macht, scheidet von seinem Vater inHellem Zwist, den beizulegen auch dem Zureden des mild gesinntenBruders nicht gelingt. Er geht nach Paris und stürzt sich in die Wogendes revolutionairen Treibens. Das Volk erstürmt das Schloß, Roberteilt als Anführer allen voran und ersticht den Hauptmann, der sich denEmpörern muthig entgegenstellt. Es ist sein Bruder Guiscard! Mittiefem Grauen erkennt Robert, welcher Unthat er sich schuldig gemachtund wirft sich, von Gewissensbissen gefoltert und von Verzweiflung ge-trieben, nunmehr der Empörung völlig in die Arme. Er steckt endlich