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Staatsprüfung, wobei ihm namentlich seine schriftlichen Arbeiten vieleAnerkennung verschafften. Dann wurde er auf seinen Wunsch wiederumder Regierung in Breslau auf ein Jahr als Assessor zugetheilt. Wieaus einem an Görres gerichteten Briefe Eichendorff's aus dem Jahre1828, den wir später mittheilen werden, hervorgeht, hatte man demjungen Assessor unter anderm auch eine Aufgabe gestellt, bei welcher ernothgedrungen Farbe bekennen und seine innerste Ueberzeugung kundgebenmußte, nämlich: „Die Aufhebung der geistlichen Landeshoheit und dieEinziehung des Stifts- und Klostergutes in Deutschland." Hier zeigtesich Eichendorff als Mann. Er mußte sich sagen, daß von der Beant-wortung der Frage seine künftige Laufbahn abhängig war, daß man nichtgeneigt sein würde, einen Gegner der Säcularisationen zu befördern.Und doch entschied er die Frage in echt katholischem Sinne und verur-teilte unumwunden das Vorgehen der Regierungen^). Ein glücklicherZufall führte diese Abhandlung später dem Ober-Regierungsrath imCultusministerium, Schmedding, einem Katholiken, unter die Augen undwurde Veranlassung zur spätern Berufung Eichendorff's nach Königsberg.
VII.
Eichendorff blieb nur noch wenige Monate nach Ablegung desExamens in Breslau, schon im Sommer des Jahres 1820 wurde er alsHülfsarbeiter in das Cultusministerium berufen. Nur ungern ließen ihnseine bisherigen Vorgesetzten und Collegen ziehen; denn durch seine treuePflichterfüllung und hohe Begabung wie durch seine feinen, leutseligenUmgangsformen und seine unverfälschte Biederkeit hatte er sich Aller Herzenerworben. Das Regierungs-Präsidium sprach ihm sogar schriftlich dasBedauern aus, ein so schätzbares Mitglied des Collegiums zu verlieren.Aber auch in Berlin war Eichendorff's Bleiben nicht lange. Im De-cember 1820 erhielt er bereits vom Minister von Altenstein den Auf-trag, „die Geschäfte eines katholischen Consistorial- und Schulrathes beidem Oberpräsidium und Konsistorium der Provinz Westpreußen, sowiebei den Regierungen zu Danzig und Marienwerder commiffarisch zu ver-sehen". Im Januar des folgenden Jahres, kurz nachdem seine Frauihm ein Töchterchen, Agnes, geschenkt hatte, welches bereits am 5. April1822 starb, siedelte Eichendorff nach Danzig über und trat mit Freudenein Amt an, welches ihm zwar viele Mühe, aber auch viel Befriedigungbringen sollte. Dem Minister schrieb er bald nach seiner Ankunft, daß
fl Verm. Schriften, V 139—203.