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erlag indessen den angestrengten Nachtwachen und häufigen Erkältungen.Eichendorff ward durch den Tod des treuen Studiengenossen auf dastiefste erschüttert und klagte sich selbst an, die Ursache seines frühen Hin-scheidens zu sein. Selbstverständlich blieb Eichendorff trotz seines eifrigenStudiums den Musen treu und verfaßte viele kleine Gedichte, welchemeist heitern Inhalts waren. Eine gleiche Richtung verfolgte auch einesogenannte „Wochenzeitung", an der Eichendorff mit andern jungenKameraden arbeitete, und die durch Abschriften im Convict verbreitetwurde. Unter angenommenen Namen wurden hier verhaßte oder lächerlichePersönlichkeiten und Convictszustände in Form von Correspondenzen ausfremden Orten und Welttheilen mit Witz und Laune gegeißelt. Dermagere Convictstisch und dessen karger Verwalter spielten darin keineunwichtige Rolle.
Im Frühjahr 1804 hatten die beiden Brüder das Gymnasium ab-solvirt, indessen waren sie — 16 und 17 Jahre alt — nach Ansicht desVaters doch noch zu jung, um eine ferne Universität besuchen zu können.Sie blieben daher in Gesellschaft ihres ehemaligen Erziehers Heinke nochein Jahr in Breslau, und hörten dort akademische Vorlesungen. Es wareine Zeit, die in eifrigem Studium ohne besondere innere oder äußereErlebnisse verlief.
II.
Im folgenden Frühjahr ging es nach Halle, wo beide Brüder dieRechte zu studiren wünschten. Hoffnungsfreudig, ein neues Leben vollseltener Genüsse und jugendfrischer Begeisterung ahnend, zogen die Brüderdem Musensitz an der Saale entgegen.
Die damaligen Zustände an den deutschen Universitäten rechtfertigtensolche Erwartungen, denn sie hatten neben manchen Spuren von Rohheitund Wildheit doch noch viel Romantisches und Poetisches an sich. Daslag zum großen Theil in den Zeitverhältnissen begründet. „Man konntekaum," sagt Eichendorff, „etwas Malerischeres sehen, als diese phan-tastischen Studententrachten, ihre sangreicheu Wanderzüge in der Um-gebung, die nächtlichen Ständchen unter den Fenstern imaginärer Liebchen;dazu das beständige Klirren von Sporen und Rappieren auf allenStraßen, die schönen jugendlichen Gestalten zu Roß und alles bewaffnetund kampfbereit wie ein lustiges Kriegslager oder ein permanenterMummenschanz" ^). „Stets schlagfertige Tapferkeit war die Cardinaltugend
y Verm. Schriften, V 295.