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merkwürdigste aller preußischen Baudenkmäler er schon als Kronprinz be-obachtet hatte. Eichendorff erhielt längern Urlaub, den er dazu benutzte,um an Ort und Stelle die bezüglichen Studien zu machen und das dor-tige Schloß-Archiv zu durchstöberu, sowie um in Königsberg mit seinen.Freunden Schön und Johannes Voigt sich zu berathen. Die Ausfüh-rung der Arbeit und Sichtung des gesammelten Materials unternahm erin Danzig, wohin ihn nicht allein persönliche Vorliebe und angenehmeErinnerungen, sondern auch der Umstand zogen, daß zwei seiner Kindersich dort niedergelassen hatten. Im Sommer 1843 vollendete Eichen-dorff seine Schrift, welche unter dem Titel „Die Wiederherstellung desSchlosses der deutschen Ordensritter zu Marienburg" 1844 zu Königs-berg erschien. Ein Urtheil über die Schrift, welche in vier Abschnitte:„Größe, Schuld und Buße. Die polnische Wirthschaft. Die Zopfzeit.Die Wiederherstellung" eingetheilt ist, liegt uns fern; es mag die Be-merkung genügen, daß sie mit großer Wärme und Frische geschrieben istund eine von echter Begeisterung getragene Beschreibung des Schlossesenthält.
Nun kam Eichendorff, der sich, abgesehen von allen andern Unan-nehmlichkeiten, durch eine dreiunddreißigjährige ununterbrochene Dienstzeitgeschwächt fühlte, wieder um seine Entlassung ein, die er denn auch am30. Juni 1844 erhielt.
Nach seiner Entlassung blieb Eichendorff, der nun im 56. Lebens-jahre stand, vorläufig noch in Danzig, wohin seine Gattin ihm nach-gefolgt war. Der Dichter lebte jetzt nnr seiner Familie, der Poesie undseinen litterarischen Beschäftigungen. Zunächst dachte er eine Uebersetzungvon Calderon's geistlichen Schauspielen (autos saoraraontalss) herauszu-geben, an welcher er seit längerer Zeit mit großem Eifer und eben soviel Liebe gearbeitet hatte. Er schätzte Calderon als-einen der größtenDichter aller Zeiten, und die arrtos saorarasntalss — Opferdarstellungennennt er sie — als wunderbare Vereinigung von Poesie und Religion.1846 erschien dann bei Cotta ein Band, fünf dieser geistlichen Schau-spiele enthaltend: „Das große Welttheater", „Gift und Gegengift",„König Ferdinand der Heilige", „Das Schiff des Kaufmanns" und„Balthasar's Nachtmahl". Wir wollen hier gleich anschließen, daß daslitterarische Deutschland an Calderon und an Eichendorff's Uebersetzungso wenig Interesse zeigte, daß Cotta nicht die mindeste Lust hatte, einenzweiten Band in Verlag zu nehmen. So schrieb Eichendorff am15. Juni 1852 an August Reichensperger aus Berlin (Thiergarten-straße 25):
') Gütigst mitgethcilt vom Adressaten.