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Revolution aus, und Renald ist einer der Ersten, welche sich der neuenBewegung anschließen. In ihm kocht ein grimmiger Rachedurst; rächenwill er sich nicht allein an dem verhaßten Geschlecht der Dürande, welchesSchande über seine Schwester gebracht hat, sondern an Allen, welche eineKrone in ihrem Wappen tragen. Er plündert nicht, er bereichert sichnicht, er schwelgt nicht, wie so viele Andere, im Namen der Freiheit undBrüderlichkeit — aber er mordet und brennt auf den adeligen Besitzungen^Der junge Gras eilt auf seine Güter, um sie zu vertheidigen. Dortempfängt er einen Brief folgenden Inhalts: „Im Namen Gottes ver-ordne ich hiermit, daß der Graf Hippolyt von Dürande auf einem mitdem gräflichen Wappen besiegelten Pergamente die einzige Tochter desverstorbenen Försters am Schloßberge, Gabriele Dubois, als seine recht-mäßige Braut und künftiges Gemahl bekennen und annehmen soll. DiesesGelöbniß soll heute bis elf Uhr Nachts in dem Jägerhause abgeliefertwerden. Ein Schuß aus dem Schloßfenster aber bedeutet: Nein! Renald!"Der junge Graf besinnt sich keinen Augenblick, er öffnet das Fensterund feuert den Pistolenschuß ab. Im Nu tauchen aus den dichten Wäldern,welche das Schloß umgeben, Schaaren unheimlicher Gestalten auf, welchesofort zum Angriff übergehen. Der Erfolg ist ihnen bei ihrer Uebcr-macht sicher. Der junge Graf vertheidigt sich mit wunderbarer Tapfer-keit, aber es ist alles vergebens. Da naht sich ihm mitten im Gewühlewildesten Kampfes eine seltsam verhüllte Gestalt — er erkennt Gabriele.Heiß umschlingt er sie, die schon aus mehrern Wunden blutet, und sie,glücklich in dem Gedanken, daß er sie doch noch liebt, vergißt das Getösedes Kampfes. Doch die Trennung eilt schnell herbei, eine Kugel tödtetden jungen Grafen vor Gabrielens Augen, und sie selbst sinkt, ihreSeele aushauchend, über ihn.
Es war Renald's Kugel, welche den Grafen dahinstreckte. Jetzt,wo die beiden Leichen vor ihm liegen, entdeckt ihm Nicolo, ein alterDiener des Schlosses, daß Gabriele von dem jungen Grafen nicht ent-führt worden, sondern daß sie selbst aus dem Kloster geflohen sei undsich verkleidet als Gärtnerbursche im Hause Hippolyt's aufgehalten habe,ohne daß dieser es wußte. Renald steht erstarrt, Nicolo schwört, daßer die Wahrheit gesagt. Da eilt Renald in's Schloß zurück, steckt es inBrand und wirft Feuer in den Pulverthurm, dessen Explosion ihn undalles andere unter den Trümmern begräbt.
Der fatalistisch angehauchte Schluß der düstern Novelle kann nichtbefriedigen. Den jungen Grafen trifft keine Schuld; er hat es, wie ausallem hervorgeht, ehrlich gemeint, und doch macht die Kugel des Rächersseinem Leben ein Ende. Das ist keine poetische Gerechtigkeit. Darinliegt aber auch der einzige Mangel der prächtigen Novelle. Die Hand-