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lang ist keck aufgegriffcn und mit großer Energie, welche alle Nebensäch-lichkeiten verschmäht, ausgeführt. Die Darstellung ist frisch und höchstanschaulich, so daß das Ganze den Leser mit unwiderstehlicher Gewaltpackt und festhält.
Im Jahre 1839, ebenfalls in der „Urania", erschien die Novelle„Die Entführung", welche einen abenteuerlichen übermüthigen Streichaus der Zeit Ludwig's XV. behandelt. Kecker Scherz und gefährlicheBegegnisse erscheinen hier in anmuthiger Vereinigung. Räuber beängstigendas Leben, ohne es zu bedrohen. Eine tolle Gräfin von dämonischerSchönheit soll dem zu eigen sein, der sie entführt; sie versucht, den Ent-führer zu täuschen, aber doch muß sie ihm folgen und rettet sich endlichvor ihm nur durch eine listig angelegte Flucht. Da graut dem Entführerselbst vor dem seltsamen Wesen, er wendet sich ab von ihr und dersanften Leontine zu. Auch hier entwickelt sich die Handlung flott, farben-hell und in reicher Ausgestaltung.
Im Jahre 1841 endlich erschien im „Rheinischen Jahrbuch fürPoesie und Kunst" die Novelle „Die Glücksritter", welche zur Zeit desdreißigjährigen Krieges spielt und ein hübsches Kleinbild aus jener wild-bewegten Zeit gibt. In der Anlage ähnelt sie ein wenig der Novelle:„Aus dem Leben eines Taugenichts", kann sich aber in der Ausführungnicht entfernt mit ihr messen.
Eine Reihe von andern Dichtungen hat Eichendorff in dieser soäußerst productiven Zeit entworfen und zum Thcil ausgeführt, ohne daßsie in die Oeffentlichkeit gedrungen sind. Die Biographie zählt folgendeauf: „Wider Willen", Lustspiel (1836), wodurch allerlei Verwickelungenund Mißverständnisse immer das Gegentheil von dem geschieht, was dieHandelnden beabsichtigen, und Einer dem Andern wider Willen in dieHände arbeitet, eine köstliche Parodie damaliger Zustände; „Unstern",Novelle (1838), humoristisch ausführend, wie Unstern, der gute Junge,alles Mögliche erreicht hätte, wenn er nicht eben Unstern gewesen, sogardie Erzählung, eine Selbstbiographie Unstern's, muß gleich mit demzweiten Capitel beginnen, weil ihm das erste unglücklicher Weise ab-handen gekommen; „Alt und Neu", ein Puppenspiel (1841) von gleicherTendenz wie das oben genannte Lustspiel; endlich „Johann von Werth",Schauspiel (1843), dessen Held eine kecke, lebensfrische Reiternatur, leiden-schaftlich aber echt ritterlich, dem Kaiser und Reich unerschütterlich ergeben,zugleich deutsche Art und deutschen Sinn gegen das falsche Fremde ver-theidigt. In ihrer gegenwärtigen Gestalt, der überall noch die letztebessernde Hand und die nöthige Ueberarbeitung fehlt, sind diese Dichtungenzur Veröffentlichung nicht geeignet. Im Nachlaß des Dichters hat sichaus jener Zeit noch eine weitere Novelle, „Eine Meerfahrt" überschrieben,