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druckt ist. Eichendorff verhielt sich den freiheitlichen Bestrebungen seinerZeit gegenüber durchaus ablehnend und betonte eindringlich die Rechteder Monarchen, während er anderseits sich überall als einen treuen Sohnder katholischen Kirche erweist. Ein anderes als persönliches Interessehaben jene Aufsätze aber heute Wohl nicht mehr.
Es lag nahe, daß Eichendorff, der es liebte, gegenwärtige Zuständein seinen Dichtungen sich widerspiegeln zu lassen, nun auch der neuenBewegung in poetischer Form auf den Leib rückte. Er that es inder Phantasie „Auch ich war in Arkadien", welche, 1834 entstanden, erstnach seinem Tode in die Oeffentlichkeit gelangt ist. Vom rein ästhetischenStandpunkt aus betrachtet, gehört das Märchen zu dem Besten, wasEichendorff geschrieben: die Allegorie ist so durchsichtig, daß sie ein reinesGenießen ermöglicht, die Darstellung ist frei von jeglicher Unklarheit underfreut sich sogar einer großen Energie und Frische. Der Dichter träumt,er kehre wieder ein Mal im Gasthof zum goldenen Zeitgeist ein, wo eralles verändert findet. Allenthalben herrscht ein heftiger Zugwind, undunter den Gästen macht sich ein hitziges Rumoren bemerkbar. Vieleknieen an Betpulten und beten eifrig aus riesigen Folianten, welche sich,als er näher tritt, als Zeitungen entpuppen. Freiheit, Garantie, Con-stitution sind Schlag- und Begrüßungsworte. Bald ruft die Glocke zuTisch. Den Vorsitz führt ein Professor, der einen nnheimlichen Appetitund Durst entwickelt und, während er mit vollen Backen kaut, immervon Freiheit und Toleranz redet. Alles hört ihm mit offenem Mundezu. Nach dem Essen ladet der Professor unfern Dichter ein, mit ihmzum Blocksberg zu fahren, was denn auch auf einem gewaltigen Pferdegeschieht. Oben auf dem Blocksberg finden sie eine große Mengevon Menschen, denen von den Genossen des Professors das Evangeliumder weltbeseligenden Freiheit gepredigt wird; aber das Volk will augen-blicklich nichts von Freiheit wissen, es verlangt nur nach Braten undLiqueur. Um die Menge zu beruhigen, stürzen die Volksbeglücker heftigauf sie ein und drängen sie zu einer Anhöhe, wo auf einem Altar einweibliches Wesen, die öffentliche Meinung, Platz genommen hat. DerProfessor hält nun eine fulminante Rede an die Person und spricht undlügt von ihren außerordentlichen Eigenschaften, dann von den Volks-tugenden, von Preß- und allerlei andern Freiheiten, und dem „allgemeinenSchrei danach". Unser Dichter weiß aber recht gut, wonach das Volkeigentlich geschrieen hat. Der öffentlichen Meinung dauert die Rede je-doch zu lange, sie springt frischweg herab vom Altar und begibt sichunter ihre Getreuen, welche sich um sie zu reißen scheinen, während sie sichüber Alle lustig macht. Schließlich verschwindet sie mit einem nichts wenigerals eleganten Burschen, welcher auf einem Stiefelknecht angeritten kam.