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„ . . . eine Novelle oder ein Märchen, zu dem irgend eine Anekdoteaus einem alten Buche, ich glaube es waren üaxxslii ouriositatos, dieentfernte Veranlassung, aber auch weiter nichts gegeben. Damir nunmehr die Gegenwart in tausend verdrießlichen und eigentlich füralle Welt unersprießlichen Geschäften in eine fast lächerliche Nähe gerücktist, gleichwie man ein großes Fresco-Gemälde nur aus einiger Ent-fernung betrachten muß, wenn man nicht vor den einzelnen grobenStrichen erschrecken soll, so habe ich in vorliegendem Märchen versucht,mich in die Vergangenheit und in einen fremden Himmelsstrich zu flüchten,und betrachte dasselbe als einen Spaziergang in amtsfreien Stundenin's Freie hinaus." Nach diesen bescheidenen Andeutungen sollte manannehmen, der Dichter habe bei Abfassung der Novelle ein höheres Zielnicht verfolgt, und doch tonnte er, der alles vergeistigte, im selbstgefälligenSpiel der Phantasie kein Genüge finden. Zur Gewißheit wird dieseAnnahme, wenn wir die Novelle mit der Anekdote vergleichen, welche,wie Eichendorff schreibt, die entfernte Veranlassung zur Abfassung derDichtung gab. Sie findet sich in Haxyolii „Größeste Denkwürdigkeitender Welt oder sogenannte rolatioiios cnriosas", Bd. II11687, S. 510 ff.Dort wird folgende Begebenheit erzählt.
Ein auf einer Lnstreise befindlicher junger Italiener, Alessandro,kommt nach Lucca, wo sich ein fremder Herr mit Namen Donati seinerfreundlich annimmt, mit ihm soupirt und ihn schließlich zu einer reichenDame führt. Sie wohnt in einem überaus prächtigen Palast und be-findet sich in Gesellschaft von zwei jüngern Damen. Der Empfangssaalist mit herrlichen mythologischen und historischen Gemälden geschmückt,deren Darstellungen ihm die Dame mit einem großen Aufwand vonGelehrsamkeit erläutert. In einem andern Saale stehen in den Eckenvier „Clavicymbel", welche sämmtlich ertönen, sobald eines gespielt wird.In einem dritten Saal prangen in kostbaren Schränken Edelsteine, Perlenund Kleider von ungeheuerm Werth, die in Alessandro Zweifel aufkeimenlassen, ob die Dame sie auch wohl auf ehrlichem Wege erworben habe.Während er alles bewundert, kräht plötzlich ein schneeweißer Hahn, fliegtim Saale umher und löscht mit Flügelschlägen alle Kerzen aus, so daßvöllige Finsterniß entsteht. Doch die Dame klopft mit einem Schlüsselan die Wand, Flammen schießen hervor und zünden die erloschenenKerzen im Nu wieder an. Dann fragt ihn die seltsame Schöne, ob ernoch keine Furcht verspüre, und als er die Frage verneint, führt sie ihnzu einem Schrank, der mit Skeletten gefüllt ist. Lächelnd meint er, dasseien wohl Mumien. Da stößt sie eines der Skelette mit dem Fuße an,es erhebt sich, ein anderes folgt ihm, und beide gehen mit riesigen Knochenbewaffnet auf ihn los. Er zieht sein Schwert, aber er vermag die