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schaft mit dem selten begabten Manne und bezogen schließlich sogar eineWohnung mit ihm. „Müller beschäftigte sich damals viel mit dem auchan höchster Stelle sehr begünstigten Plan, in Wien eine nach nord-deutschem Muster eingerichtete Universität zu gründen. Eichendorff wardbei derselben ein Lehramt zugedacht, und es schien dies seinen Nei-gungen auch nicht entgegen; die Ausführung des für Oesterreich sowichtigen Projectes scheiterte indeß größtentheils an Müller selbst, demes trotz seiner vielseitigen Begabung an dem praktischen Geschick ge-brach, ein solches Unternehmen in's Leben zu rufen").
So verkehrte Eichendorff in freundschaftlicher Weise mit den hervor-ragendsten litterarischen Größen, welche Wien damals aufzuweisen hatte, undgewann spielend eine Fülle von Kenntnissen und Anschauungen. Auch seineBeamtenlausbahn versprach eine günstige zu werden, so daß er einer glücklichenZukunft entgegensehen durfte. Bald begann auch sein Name als Dichter inweitern Kreisen bekannt zu werden. Jene Veröffentlichungen in der schon er-wähnten Ast'schen Zeitschrift waren ziemlich spurlos vorübergegangen,nun aber erschienen von ihm, wieder unter dem Namen Florens,in Kerner's Musen-Almanach: „Deutscher Dichterwald", welcher Ende1812 herauskam, die beiden lieblichen Gedichte „In einem kühlenGrunde" und „Sind's die Häuser, sind's die Gassen", welche demjungen Dichter sofort eine große Anzahl von Verehrern verschafften.Seltsamer Weise ist es nur einem Zufall zu verdanken, daß das ersteGedicht damals schon (später wurde es dem Roman „Ahnung undGegenwart" einverleibt) in die Oeffentlichkeit kam. Kerner erzählt dar-über: „Es war im Jahre 1812, wo ich von meinen Freunden Bei-
träge zu dem »Deutschen Dichterwald« einsammelte, dessen Theilnehmerauch Uhland, Schwab, K. Mayer, Fouque, Varnhagen, Thorbeck u. A.waren. Da sandte mir Eichendorff durch uusern gemeinschaftlichen FreundLöben jenes Lied von sich als Beitrag für unsere Sammlung mit derUnterschrift »Florens« zu. Mein Wohnort war damals ein freige-legenes Haus in dem württembergischen Waldort Welzheim. Als ichnach Empfang des Briefes von Löben jenes schöne Lied mit Vergnügengelesen hatte, legte ich es auf meinen Schreibtisch nahe an ein offen-stehendes Fenster, aber plötzlich weht es ein vorüberfahrender Windstoßvom Tisch durch's Fenster hoch in die Luft über Häuser und Bäumedahin. Ich bemühte mich nun, dieses wahrhaft zum fliegenden Blattgewordene Lied viele Stunden lang, selbst in Begleitung eines scharf-sehenden Jägers, eines Freundes von mir, in Wäldern und Feldernanfzusuchen, aber vergebens. Der Verlust desselben war mir um so em-
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