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dium der Jurisprudenz oblag. Thibaut war nicht allein ein hervor-ragender Rechtsgelehrter, sondern auch ein feinsinniger Kenner und be-geisterter Verehrer der alten Kirchenmusik. Creuzer, mit seiner mystischenReligionslehre, und Gries, der treffliche Uebersetzer südlicher Dichter, standenEichendorff ebenfalls nahe. Letzterer besonders, weil Eichendorff sich mitLeidenschaft dem Studium der italienischen Sprache ergab, welche er sichbald in einem so hervorragenden Maße aneignete, daß selbst Italienerin der Konversation in ihm einen Landsmann zu erkennen glaubten.Auch philosophische Vorlesungen besuchte er eifrig. In den Mußestunden,angeregt durch Brentano's meisterhaftes Spiel, übte er sich auf der Guitarre.
Noch inniger als mit den genannten Männern ward Eichendorffmit dem nur um zwei Jahre ältern Grafen Otto Heinrich von Löbenbefreundet, welcher, wie er selbst, noch in den Vorhallen der Göttin Poesiestand und ehrerbietig zu so berühmten Dichtern wie Arnim und Bren-tano, welch' Letzterer sich gar einen Schützling Goethe's nennen durfte,emporblickte. Er dichtete viel und verfügte, wie Eichendorff sagt, übereine unglaubliche Formgewandtheit, besaß jedoch weder Tiefe noch Kraft.Als er sich mit Eichendorff befreundete, war er bereits im Besitz einesstattlichen Päckchens eigener Poesieen, welche er zum Druck vorbereitete,sowie eines Romans L 1a Novalis, den er „Guido" zu betiteln gedachte.Löben gegenüber legte Eichendorff die seiner bescheidenen Gesinnungentspringende Zurückhaltung ab und theilte ihm einige von seinen Ge-dichten mit. Löben nahm sie mit einer Begeisterung auf, welche derDichter in seinen kühnsten Träumen nicht erwartet hatte, ja, er übernahmes sogar, die Ausnahme der besten in die bereits erwähnte Zeitschriftvon Ast zu vermitteln. Eichendorff stimmte dem zu, weigerte sich aberentschieden, sich als Verfasser derselben öffentlich zu bekennen, und Löbenwählte das in der That sehr zutreffende Pseudonym „Florens", derBlühende, für ihn. So erschienen denn im ersten Bande der genanntenZeitschrift das schöne Sonett: „Was wollen mir vertrauen die blauenWeiten", sowie die Lieder: „Wenn trübe Schleier alles grau umweben",„Die Zauberin im Walde", „Frisch eilt der Helle Strom hinunter",„Sei stark, getreues Herze" und die Romanze: „Kaiser Albrecht's I. Tod",sowie einige andere, welche der Dichter indessen später in eine andereForm umgegossen hat. Eichendorff dankte dem Freunde für sein warmesInteresse in einem schönen Sonett, in welchem die das ganze Verhältnißkennzeichnende Stelle vorkommt:
Wo Zwei sich treulich nehmen und ergänzen,
Wächst unvermerkt das freudige Werk der Musen.
Im Frühjahr 1808 verließen die beiden Brüder, welche ein vollesJahr in dem traulichen Heidelberg zugebracht hatten, die ihnen so lieb-