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allgemeinen Darstellung der zeitgemäßen Weltanschauung vor-anzustellen.
Will man auch von einer Philosophie Nietzsches sprechen,die sich mit wissenschaftlichen Theorien in eine Reihe bringenläßt, was er selbst wnhl abgelehnt hätte, so ist in ihr der Lebens-begriff als Grundprinzip gerade der Gedanken zu verstehen,die weite Verbreitung gefunden haben. Dabei muß man besondersdas Verhältnis zur modernen Biologie ins Auge fassen, das beider Kritik der Lebensphilosophie von entscheidender Bedeutungsein wird. Anfangs blieb Nietzsche von dem Fortschrittsjubelder Darwinisten nicht unberührt. Später lehnte er mit dem Bio-logen Rolph den Darwinschen „Kampf ums Dasein“ ab, denn derbringe nur Hungervarietäten hervor. Der echte Wille zum Lebenist ihm Wille zur Macht, und in seiner Steigerung zu immer größererKraft und Stärke findet er endlich den Sinn unserer ganzenKultur, ja unseres Lebens überhaupt. Werte, die es nicht ver-tragen, an dem Wert des aufsteigenden Lebens gemessen zuwerden, verwirft er auf allen Gebieten.
Man denke an den Kampf gegen die Sklavenmoral, bei demNietzsche im wesentlichen an Schopenhauers Mitleidsethik nega-tiv orientiert ist. Sie stützt, was aus eigener Kraft nicht lebenkann, und ist deshalb unmoralisch. Ebenso wird das Christentumverdammt, weil es sich des schwachen Lebens annimmt, das zu-grunde gehen sollte. Sogar die Wahrheit hat keinen Wert, wennsie nicht dem aufsteigenden Leben dient. Die Wissenschaft darfüberhaupt nicht nach wahr und falsch, sondern danach alleinbeurteilt wnrden, ob sie die Vitalität fördert oder hemmt. Auchder Uebermensch ist am besten zu verstehen als der lebendigsteMensch, der dem lebendigsten Leben dient und alle anderenIdeale verhöhnt und verachtet. In ihm hat „der Sinn der Erde“endlich Gestalt gewonnen. Bei keiner Lebensform darf man stehenb leiben . Immer muß man über sie hinaus nach einer hoch lebendi- \geren streben. „Und dies Geheimnis redete das Leben selber zu ■mir: Siehe, sprach es, ich bin das, was sich immer selber jüberwinden muß.“ Das ist der Lebenssinn au ch de s^.Uebermenschen, dieses sonst schwer faßbaren Begriffs. Schließ-lich steht der am höchsten, der es vermag, das Leben in seinerTotalität mit all seinen Schrecknissen und Fürchterlichkeiten zu