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Die Philosophie des Lebens : Darstellung und Kritik der philosophischen Modeströmungen unserer Zeit
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Zweites Kapitel.

Die modernen Lebensphilosophen.

Welch reicher Himmel! Stern an Stern!

Der Sänger.

Doch es wird gut sein, daß wir uns nicht auf eine allgemeineKennzeichnung dieser Bewegungen beschränken, sondern aucheinzelne Denker betrachten, die besonders charakteristische Ver-treter der Lebensphilosophie sind. Untereinander zeigen sie großeVerschiedenheiten. Doch kommen diese für uns nicht in Betracht.Es gilt vielmehr, das Gemeinsame auch bei solchen Philosophenhervorzuheben, die in mancher Hinsicht weit auseinander gehen.Aus den angegebenen Gründen wird ihre Darstellung ungerechterscheinen, und sie ist es in der Tat. Aber es kommt hier nichtdarauf an, daß wir die einzelnen Persönlichkeiten erschöpfendwürdigen. Nur als typische Vertreter weit verbreiteter Geistes-strömungen oder alsFälle sind sie wichtig, und wir nehmendaher mit vollem Bewußtsein eine Vergewaltigung vor, um dasdeutlich zu machen, was für das allgemeine Durchschnittswesenin der Philosophie unserer Zeit maßgebend ist.

Selbstverständlich haben die Bestrebungen, denen wir unsdabei zuwenden, wenn sie auch erst seit kurzem an der Ober-fläche sichtbar undallgemein im Sinne des Kollektivismusgeworden sind, doch schon eine längere Geschichte. Sie lassensich ziemlich weit ins 19. Jahrhundert, ja darüber hinaus zurück-verfolgen und tauchen wie alles Be deutsame in der jgeistigenKulturentwicklung zuerst bei wenigen Individuen auf, um dannspäter Mo3e zu werden. Doch braücheiTwir den geschichtlichenQuellen der Gegenwartsphilosophie nicht nachzugehen. Daswürde recht weit führen und doch für unsere Zwecke nichts wesent-lich anderes sagen als das, was auch an den neusten Erschei-nungen klar zu machen ist.

Es genügt, wenn wir Namen wie Hamann, Herder, F. H. Jakobi,Goethe, Fichte, Schelling und andere deutsche Romantiker,etwa Friedrich Schlegel oder Novalis, nennen.

Zumal Schelling hat in der für uns wichtigen Hinsicht Ein-fluß weit über Deutschland hinaus gehabt, so z. B. auf den Dänen

Eick ert, Philosophie d. Lebens. 2, Aufl. 2