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Die Philosophie des Lebens : Darstellung und Kritik der philosophischen Modeströmungen unserer Zeit
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den Hegelianismus erst hindurch, ehe wir uns wieder zum selb-ständigen Philosophieren entschließen, und auf jeden Fall istfür die zeitlosen Probleme aus Hegel mehr zu lernen als ausZarathustra. Aber ein Aufnehmen der Hegelschen Ideen könntefür sich allein ebensowenig befriedigen wie die Wiedererweckungirgend eines andern Denkers der Vergangenheit.

Heidelberg, im Mai 1920.

Vorwort zur zweiten Auflage.

Die erste starke Auflage dieses Buches war nach verhältnis-mäßig kurzer Zeit vergriffen, was bei dem heute weit verbreitetenInteresse fürdas Leben nicht auffallen wird. In dem neuenDruck sind nur einige Versehen und unwesentliche Kleinigkeitenverbessert. Der Sinn der Sätze durfte durchweg unverändertbleiben. Dem, was ich über die philosophischen Modeströmungenunserer Zeit vor zwei Jahren zu sagen hatte, brauchte ich Neuesnicht hinzuzufügen. Auch konnten die meisten der zahlreichenKritiken, die ich zu Gesicht bekam, meine Meinung, daß ich aufJem richtigen Wege sei, nur bestätigen. Lehrreich waren mir indieser Hinsicht besonders die Besprechungen von Max Frisch-eisen-Köhler in den Kantstudien und von Karl Joel in der Frank-furter Zeitung. Mit beiden Autoren stimme ich, wie mir scheint,über die Mode philosophie unserer Tage in der Hauptsacheüberein. Wo sie anderer Ansicht sind als ich, wenden sie sicheigentlich nicht gegen den Inhalt des vorliegenden Buches, son-dern vermissen darin etwas, das in ihm zu geben, nach dem unzwei-deutigen Untertitel nicht meine Absicht war. Vielleicht findeich einmal Gelegenheit, zu Frischeisen-Köhlers Bedenken Stellungzu nehmen, und auch mit Joel will ich mich gern auseinander-setzen, wenn er die angekündigte Kritik meines Systemsder Philosophie veröffentlicht hat. Im Zusammenhänge dieserkleinen Schrift wäre eine Erörterung dessen, was uns trennt,nicht am Platz.