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Die Philosophie des Lebens : Darstellung und Kritik der philosophischen Modeströmungen unserer Zeit
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Seite
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bar Tote als Form des sinkenden und ermattenden Lebens zuverstehen. Die Auffassung des Seins der Welt ist so ebenfallsmonistisch. Sie legt jedoch den Schwerpunkt auf die entgegen-gesetzte Seite des zu überwindenden Dualismus.

Die Wertlehre endlich, die sich auf diesem Boden ergibt,entspricht dem antimechanistischen oder vitalistischen Prinzip.Von einer Vervollkommnung der Welt durch Annäherung an dieRuhelage, in der das Leben aufhören würde, lebendig zu sein,dürfen wir nicht reden. Wie die Welt im tiefsten GrundeLebensschwungkraft ist, so haben auch die einzelnen Individuenwie die Gemeinschaften sich in den Dienst der schöpferischenEntwicklung zu stellen. Lebendiges Leben aber bedeutet Macht-steigerung, und diese gibt es nie ohne Kampf. So tritt eineheroische Lebensauffassung der Friedenssehnsucht der Mecha-nisten gegenüber. Es gilt, alles zu bekämpfen, was sich nurerhalten will. Die Menschen sind verpflichtet, stets über dasschon Erreichte hinauszustreben. Glück und persönliche Wünschesind nicht entscheidend. Der Mensch darf seineBestimmungnur darin finden, daß in ihm das Wachsen und Sichentfaltendes vitalen Lebens zum Ausdruck kommt, welches das allge-meine Weltprinzip darstellt. So ist auch hier die Lebensanschau-ung in der Weltanschauung verankert.

Siebentes Kapitel.

Kritik des biologistischen Realitätsprinzips.

Grau, teurer Freund, ist alle Theorie.

Mephistopheles.

Jetzt überschauen wir den Biologismus, soweit er den An-spruch erhebt, das allgemeine Prinzip für die Philosophie zugeben, und können ihm kritisch gegenübertreten. Die ältereRichtung ziehen wir dabei nur so weit heran, als sie noch indie neuere hineinspielt. In der Hauptsache kommt es auf dieeigentliche Modeströmung, d. h. auf den antimechanistischenBiologismus an. Doch halten wir uns nicht an so extreme Aus-gestaltungen wie Schelers Philosophie des Krieges. Damit würden