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Die Philosophie des Lebens : Darstellung und Kritik der philosophischen Modeströmungen unserer Zeit
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und falls jemand daran seinen Spaß findet, soll ihm das unbe-nommen sein.

Aber auf diesem Wege kommt man gewiß nicht zur Philo-sophie. Theoretisch hat dies reine Erleben entweder gar keineBedeutung, oder es ist als erste Vorstufe für das Erkennen an-zusehen. Doch schon als Vorstufe ist es nicht mehr rein intuitiv.Es regt dann zum Fragen an, und jede Frage führt vom in-tuitiven Erleben fort. Auch wird der Erkennende zum minde-sten etwasNeues anschauend erleben wollen, das er nochnicht kennt. Um aber das Neue vom Alten, Bekannten zuunterscheiden, bedarf er eines Prinzips der Auswahl und ist da-mit ebenfalls aus der gepriesenen Intuition heraus, denn Auswählengehört wie Fragen zu dem bösen Denken, welches das intuitiveErlebentötet.

Achtes Kapitel.

Kritik des biologistischen Wertpränzips.

Dies eine fühl ich und erkenn es klar,

Das Leben ist der Güter höchstes nicht.

Chor.

Doch das alles betrifft nur die eine Seite der Lebensphilo-sophie, ihren Anspruch, das reale Sein der Welt als Lebenzu begreifen oder vielmehr nicht zu begreifen, sondern intuitivzu erfassen, und wenn man auch eingesehen hat, daß hier einErkenntnisziel aufgestellt wird, das kein Erkenntnis zielist, so bleibt doch in der Biologie als Wissenschaft der Unter-schied des Lebendigen und des Toten erhalten. Daher kann manglauben, auf ihn lasse sich nach wie vor eine Lebensphilosophiestützen, sobald sie nur darauf verzichtet, dasWesen desWeltalls einheitlich zu ergründen, und sich auf ein Verständnisdes m e n s c h 1 i c he n Lebens beschränkt.

Das vitale Leben allein zeigt im Gegensatz zum Toten denUnterschied des Aufblühens und Verwelkens. Darin scheint derMaßstab für eine Würdigung nicht nur des natürlichen, sondernauch des Kulturlebens zu stecken, wie es zum Ausdruck kommtim Staat und in der Kunst, in der Wissenschaft und in der