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Die Philosophie des Lebens : Darstellung und Kritik der philosophischen Modeströmungen unserer Zeit
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Das Wertproblem, auf das wir stoßen, verfolgen wir inpositiver Richtung nicht weiter. Nur daß wir überhaupt zueinem Wert problem kommen, ist hervorzuheben. Im übrigenbeschränken wir uns auf das Negative. Schon dies deutet daraufhin, daß wir über die Philosophie des bloßen Lebens hinaus-getrieben werden zu einer Lebensanschauung, die das Lebenzu etwas Anderem als dem Leben selbst in Beziehung setzt unddaher mehr als reine Lebenslehre ist.

Auch hier zeigt sich, wie bei der Kritik der intuitiven Lebens-philosophie: Leben ist das Eine, über das Leben philosophierenist das Andere. Philosophie des Lebens kann niemals nurLeben sein. Diese Einsicht ist Voraussetzung für ein Interessean den philosophischen Lebensproblemen. Damit gewinnt auchdie Negation positive Bedeutung. Das Leben ist zuerst einmalfragwürdig zu machen, d. h. man muß sehen, daß aus ihmselbst eine Antwort auf die Lebensfragen nicht zu gewinnen ist.Darüber hilft die Liebe zum Leben nicht hinweg. Das, worindie Lebensphilosophie unserer Zeit ihre Stärke sucht, die Be-schränkung auf das Leben selbst, ist auch mit Rücksicht aufdie Wertprobleme gerade das, worin sie als Philosophie desLebens scheitern muß.

Neuntes Kapitel.

Der Kampf gegen das System.

Natürlichem genügt das Weltall kaum,

Was künstlich ist, verlangt geschlossnen Raum".

Homunkulus.

Um noch einmal alles zusammen zu fassen, denken wir wie-der an die verschiedenen Momente, die das Wesen der Philo-sophie im Unterschied von den Spezialwissenschaften kenn-zeichnen, und fragen, ob in einem der genannten vier Punktedie moderne Lebensauffassung ihren Anspruch, Philosophie zusein, rechtfertigt.

Der universalen Tendenz des philosophischen Denkenswird sie nie genügen. Sie bleibt entweder bei dem zwar um-fassenden, aber nichtssagenden Begriff des Erlebnisses, oder sie